Bergrettung im Dauereinsatz

Berg-Drama: Franz S. (39) stürzt in Tirol ab und stirbt

Die Parseierspitze: Hier starb am Donnerstag ein Mann (39) aus Emmering.

Emmering/Wien - Franz S. (39) aus Emmering (Kreis Fürstenfeldbruck) ist in Tirol abgestürzt und gestorben. Nicht der einzige Unfall: Bestes Bergwetter beschehrte den Rettern in den Alpen zahlreiche Einsätze.

Franz S. aus Emmering.

Die Sonne strahlte, die Luft war klar. Es war der perfekte Tag, den sich Franz S. für seine Bergtour in den Lechtaler Alpen (Tirol) ausgesucht hatte. Doch diese Tour sollte für den leidenschaftlichen Kletterer die letzte werden. Der 39-jährige Familienvater aus Emmering war gerade in die Parseier Südwand eingestiegen, als das Unglück passierte: S. stürzte rund 150 Meter in die Tiefe. An den schweren Verletzungen, die er sich dabei zugezogen hat, ist S. später im Krankenhaus gestorben. Franz S. war am Mittwoch angereist, wollte die Tour ausgeschlafen in Angriff nehmen. Am frühen Donnerstagmorgen stieg er vom Ort Grins zur Augsburger Hütte (2298 Meter) auf. Er war gut ausgerüstet und alleine unerwegs – bei Bergsteigern keine Seltenheit. Nach einer kurzen Rast stieg er zum Gatschkopf auf 2945 Meter auf. Von da aus ging es weiter: Vermutlich kletterte S. von der Patrolscharte zum Einstieg der Südwand ab und schließlich am Normalsteig Richtung Parseierspitze. Die ist mit 3036 Metern der höchste Gipfel der Lechtaler Alpen. Die Gehzeit vom Dorf beträgt fünf bis sechs Stunden. Die Augsburger Hütte liegt auf halber Strecke.

Lesen Sie auch:

Im Dauereinsatz war die Bergrettung Berchtesgaden.

Wie es zu dem Unfall kam, ist nach Angaben der österreichischen Polizei noch unklar. Vielleicht war es eine Unachtsamkeit, vielleicht ein Schwächeanfall – auch in den Bergen war der Donnerstag einer der heißesten Tage des Jahres.

Um 10.34 Uhr verständigte eine Bergsteigerin über den alpinen Notruf die Leitstelle Tirol. Sie hatte den Absturz des Bergsteigers an der Südwand der Parseierspitze von der nahen Patrolscharte aus beobachtet. Rettungshubschrauber samt Einsatzteam waren nach wenigen Minuten vor Ort. Noch an der Unglücksstelle haben die Sanitäter und die Zeugin des Unfalls erste Versorgungsmaßnahmen eingeleitet und versucht, Franz S. wiederzubeleben.

Doch alle Bemühungen waren vergeblich: S. war zwar noch am Leben, als er ins Bezirkskrankenhaus von Zams gebracht wurde. Seine inneren Verletzungen und die Verletzungen am Kopf waren aber zu schwer. Um 12.20 Uhr, knapp zwei Stunden nach dem Unglück, ist S. gestorben.

Robert S. beschreibt seinen Bruder als umsichtigen Menschen. „Er hat immer auf andere Rücksicht genommen, vor allem im Berg.“ Die Leidenschaft zum Klettern hat der frühere Jugendtrainer beim SV Puch vor vier Jahren entdeckt. „Er hat sich immer weiter gesteigert und dann richtig anspruchsvolle Touren gemacht.“ Einmal, erinnert sich der Bruder, hat Franz S. einen Wunsch geäußert: „Auf meinem Grab soll einmal ein Bild stehen – mit mir und einem Gipfelkreuz.“

Berg-Unglücke an Watzmann und Alpspitz

Eben am Donnerstag war ein 69-Jähriger an der Alpspitz-Nordwand im Bereich der Adam-Platte abgestürtzt und gestorben. Was genau geschehen ist, gibt es Rettern aber noch Rätsel auf.

Am Watzmann konnten sechs Bergsteiger aus Dresden ihren Abstieg nicht mehr fortsetzen - ihnen waren die Getränke ausgegangen, sie waren völlig erschöpft. Im Steinernen Meer hat sich eine 16-Jährige das Bein gebrochen.

Fotos

Frederik Lang

Auch interessant

Kommentare