Urteil im Prozess um Otti Fischer erwartet

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Hat dieser ehemalige “Bild“-Reporter Ottfried Fischer mit einem ihm vorliegenden Sexvideo zu einem Interview genötigt?

München - Hat ein ehemaliger “Bild“-Reporter Ottfried Fischer mit einem ihm vorliegenden Sexvideo zu einem Interview genötigt? Dieser Frage geht das Landgericht München in der Berufungsverhandlung nach.

Hat ein ehemaliger “Bild“-Reporter den Schauspier Ottfried Fischer mit einem ihm vorliegenden Sexvideo zu einem Interview genötigt? Dieser in der ersten Instanz gegen den angeklagten Reporter entschiedenen Frage geht das Landgericht München in der Berufungsverhandlung seit Mitte März nach.

Am kommenden Montag wird das Urteil erwartet, nachdem der Prozess in der vergangenen Woche überraschend noch einmal vertagt worden war. Grund für die erneute Verzögerung war ein Hilfsbeweisantrag der Nebenklage, die Fischer vertritt.

Anwalt Christoph Knauer hatte beantragt, dass der Amtsrichter aus erster Instanz als Zeuge gehört wird. Er soll zur Glaubwürdigkeit zweier Zeugen aussagen. Der Amtsrichter hatte den angeklagten ehemaligen “Bild“-Journalisten im Oktober 2010 wegen Nötigung und “Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch unbefugte Bildaufnahmen“ zu 14 400 Euro Geldstrafe verurteilt.

Gegen das Urteil hatten der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft Rechtsmittel eingelegt. Vier Mitangeklagte erhielten zudem damals Geldstrafen zwischen 600 und 3600 Euro. Sie waren angeklagt, weil sie Fischer heimlich in seiner Münchner Wohnung aufgenommen und das Material zum Verkauf angeboten hatten. Fischer war 2009 beim Sex mit Prostituierten gefilmt worden; das Video ging dann für ein Info-Honorar an den damaligen Reporter der “Bild“-Zeitung.

Er soll den Schauspieler damit zu einem Exklusiv-Interview genötigt haben, was er jedoch bestreitet. Im Berufungsprozess hat die Staatsanwaltschaft nun eine achtmonatige Bewährungsstrafe für den Ex-“Bild“-Reporter gefordert. Die Verteidigung plädierte hingegen auf Freispruch. “Es gab keine Drohung, es gab kein abgenötigtes Verhalten“, sagte Anwalt Ulrich Ziegert in seinem Plädoyer. Die Beschaffung der CD mit dem Sexvideo sei ein “Bestandteil journalistischer Recherche“ und somit von der Pressefreiheit gedeckt, ergänzte Verteidiger Spyros Aroukatos.

dpa

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