Zweite Stammstrecke

2020 soll der erste Zug rollen

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Die 2. S-Bahn-Stammstrecke ist beschlossene Sache.

München - Die 2. S-Bahn-Stammstrecke kommt jetzt doch. Das verkündeten am Dienstag Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP).

„Der Weg für die 2. Stammstrecke ist frei“, frohlockte Zeil. Schon am Freitag klärten Seehofer und Zeil in Berlin mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) die Eckpunkte der Finanzierung ab. Montagabend wurden die Details zwischen dem parlamentarischen Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums, Andreas Scheuer (CSU) sowie den bayerischen Koalitionsspitzen und Bahnvertretern in München festgezurrt. 2020 soll die erste S-Bahn durch die neue Röhre rollen. Die tz klärt die wichtigsten Fragen:

Wie viel kostet die Stammstrecke?

Sie soll nach neuem Plan 2,047 Milliarden Euro kosten.

Ist da schon die Inflationsrate einberechnet?

Laut Zeil basiert die jetzige Kostenberechnung auf den Zahlen aus 2009, für jedes Jahr habe man bis 2019 zwei Prozent Teuerungsrate einkalkuliert, insgesamt 250 Millionen Euro.

Was passiert, wenn das Projekt noch teurer wird?

Laut Zeil gibt es ein vertraglich festgesetztes Risikobudget von 500 Millionen Euro, wovon Freistaat und Deutsche Bahn 40 Prozent sowie der Bund 60 Prozent übernehmen müssten.

Wie kam jetzt die Finanzierung doch noch zustande?

 „Durchschlagend“, so Ministerpräsident Seehofer, sei seine Idee gewesen, das Darlehen an den Münchner Flughafen aufzulösen, das der Bund (128 Millionen Euro), die Stadt München (113 Millionen Euro) und der Freistaat Bayern (251 Millionen Euro) gewährt hatten. Außerdem stellen nun der Freistaat Bayern nochmals 100 Millionen Euro und der Bund weitere 108 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung.

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Wie lautet der Zeitplan?

Laut Zeil sollen kommendes Jahr die Ausschreibungen starten, Ende 2014 könnten „die Bau vorbereitenden Maßnahmen“ beginnen, 2015 der eigentliche Bau starten. Zeil verspricht: Bis 2020 soll die 2. Stammstrecke fertig sein. „Das sollte realistisch sein nach den Plänen, die wir jetzt aufgestellt haben.“

Können Klagen den Bau stoppen?

Es gibt eine Sammelklage von Anliegern am Marienhof gegen die Baugenehmigung für den mittleren Strecken-Abschnitt, über die im Frühjahr das Bundesverwaltungsgericht Leipzig entscheidet. Dass der Bau gestoppt wird, ist unwahrscheinlich. Die Bahn wartet beim Planfeststellungsverfahren für die West- und die Oststrecke aber den Ausgang der Klage ab.

Wer muss dem Finanzierungsplan jetzt noch zustimmen?

Für die Freigabe der Gelder sind noch Beschlüsse im Bundestag und im Landtag notwendig. Die jeweiligen Regierungsparteien CDU/CSU und FDP werden den Plänen ihrer Kabinette mit Sicherheit zustimmen.

Was sagt die Opposition?

Auch die SPD unterstützt den Finanzierungsplan. OB Christian Ude sagt zur Seehofer-Lösung: „Diesen Vorschlag habe ich sofort befürwortet und anschließend auch die Unterstützung der SPD in Stadt, Land und Bund dafür erhalten.“

Was zahlt die Stadt dafür?

Die Stadt leistet einen freiwilligen Finanzierungsbeitrag von 113 Millionen Euro. Ude: „Das ist der größte kommunale Finanzierungsbeitrag für den staatlichen S-Bahn-Ausbau in Deutschland.“

Johannes Welte, Wolfgang de Ponte

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