Genau zwei Jahre nach der brutalen Tat

Endlich wird der Vergewaltiger weggesperrt!

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Carl H. posiert im Karohemd auf einem Urlaubsfoto.

München - Zwei Jahre nach seiner brutalen Tat bekommt Carl H. (20) endlich die Konsequenzen zu spüren! Er hatte am 7. Juli 2013 eine Frau (32) in der Goethestraße brutal vergewaltigt und wurde bereits verurteilt.

Trotzdem befand er sich zwischenzeitlich auf freiem Fuß, flog in den Urlaub oder lebte bei seinen Eltern. Erst jetzt muss er die Haft antreten. „Die Vollstreckung ist eingeleitet worden“, bestätigt Judith Henkel, stellvertretende Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft München I. Damit geht ein Mammut-Fall endlich zu Ende. Die tz erklärt den kuriosen Verlauf – und wie es zu einem rechtskräftigen Urteil kam:

Im Gerichtssaal wollte er sein Gesicht mit einem Aktenordner schützen. Auch die Öffentlichkeit wurde ausgeschlossen, als er aussagte. Am Ende kam die Wahrheit aber ans Licht: H. wurde wegen Vergewaltigung verurteilt – und muss nun ins Gefängnis.

7. Juli 2013: Carl H. feiert seinen 18. Geburtstag in München und lädt Freunde in eine Disco ein. Sie betrinken sich auf seine Kosten, ins Hotel geht er dann allein. Auf dem Weg dorthin lauert er einer Frau (32) in der Goethestraße auf. Er verfolgt sie bis ins Treppenhaus, prügelt sie nieder, würgt sie bis zur Ohnmacht. Dann reißt er ihr den Slip weg. Passanten sehen, wie H. sie missbraucht. Deshalb flieht er.

August 2013: Nachdem die Polizei Carl H. festnehmen konnte, muss er zur U-Haft in die JVA Stadelheim.

Januar 2014: Die Staatsanwaltschaft München I erhebt Anklage wegen Vergewaltigung, Körperverletzung und Freiheitsberaubung.

April 2014: Die Jugendkammer des Landgerichts München I lässt die Anklage gegen Carl H. zu – hat aber Probleme, einen Termin für die Hauptverhandlung zu finden. Grund: Die Jugendkammer ist extrem überlastet, es fehlen Richter.

6. August 2014: Die JVA muss Carl H. wieder freilassen. Denn seine Verteidiger hatten Beschwerde eingelegt, weil der Prozess nicht rechtzeitig angesetzt wurde. Zurecht, entschied das Verwaltungsgericht: Man dürfe H. nicht weiter einsperren, weil die Gerichte zu langsam arbeiten! Das Bundesverfassungsgericht sah es ebenso.

11. August 2014: Carl H. macht mit seinen Eltern Urlaub auf Ibiza.

9. September 2014: Prozessauftakt am Landgericht, Carl H. gesteht die Anklagevorwürfe. Laut Verteidiger Ulrich Ziegert ist er verhaltensgestört.

10. Oktober 2014: Jugendrichter Reinhold Baier verurteilt den Vergewaltiger zu drei Jahren und neun Monaten – trotzdem bleibt er vorerst frei, seine Verteidiger legen Revision ein.

24. März 2015: Mehr als fünf Monate braucht der Bundesgerichtshof, um den Fall zu prüfen – dann verwerfen die Richter die Revision. Damit ist das Urteil gegen Carl H. jetzt rechtskräftig.

27. März 2015: Noch immer ist der Vergewaltiger auf freiem Fuß, er lebt bei seinen Eltern nahe Ulm. „Viele Anwohner sind in Sorge, junge Frauen haben Angst“, sagt Nachbarin Ilona H.

30. Juni 2015: Die Staatsanwaltschaft bestätigt die Einleitung der Haft-Vollstreckung gegen Carl H.

7. Juli 2015: An seinem 20. Geburtstag jährt sich die Vergewaltigung zum zweiten Mal. 

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