Christine Bronner bekommt Prix Courage

Ein Engel für Münchner Kinder

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Christine Bronner wurde am Montagabend ausgezeichnet

München - Für ihr Engagement, das oft ihre ganze Kraft und immer ihre ganze Zeit abverlangt, wurde Christine Bronner am Montag in der Allerheiligen Hofkirche mit dem Prix Courage ausgezeichnet.

Wer diesen Preis bekommt, hat bereits Außergewöhnliches geleistet – wie die 49-jährige Christine Bronner, die 2004 das Ambulante Kinderhospiz München gegründet hat: Die erste und wichtigste Anlaufstelle für Familien mit schwerst- und unheilbar kranken Kindern. Sie und ihr Team von Ärzten, Therapeuten, Psychologen, Erziehern und Juristen helfen sofort, „wenn in den Familien eine Welt zusammenbricht“, wie Bronner sagt.

Für dieses Engagement, das oft ihre ganze Kraft und immer ihre ganze Zeit abverlangt, wurde sie am Montag in der Allerheiligen-Hofkirche mit dem Prix Courage ausgezeichnet. Den Preis vergibt die französische Kosmetikfirma Clarins, gemeinsam mit der Redaktion des ZDF-Magazins Mona Lisa. „Mutige und engagierte Frauen“, so Redaktionsleiterin Sibylle Bassler, wolle man mit dem Preis würdigen: „Wie Christine Bronner, die all ihre Zeit, ihre Liebe und auch ihr Geld den Kindern gibt. Kindern, die Hilfe brauchen“, ergänzt der Gastgeber ­Christian ­Courtin-Clarins.

Der Chef der Clarins-Gruppe ist stolz, den Preis bereits zum achten Mal zu vergeben – und dabei auch einflussreiche und hochkarätige Gäste begrüßen zu können wie Bayerns Familienministerin Christine

Haderthauer („Die Politik hat sich vor solch’ einem Engagement tief zu verbeugen“) und Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr, der Bronner als „Mutbürgerin“ bezeichnete – und sie mit den Worten würdigte: „Ich ziehe meinen Hut vor dieser Leistung.“

Doch die berührendste Rede hielt Schauspielerin Sunnyi Melles, die das Publikum zu Tränen rührte mit den Worten: „Christine Bronner, Sie sind wirklich ein Engel. Ihre Arbeit ist ein Geschenk an die Gesellschaft. Denn es ist kaum vorstellbar, was Familien in solch einer Situation erleiden müssen.“

Dieser Preis hilft hoffentlich, ihr Kinderhospiz noch populärer zu machen. Denn das kann Christine Bronner gebrauchen: Knapp 80 Familien brauchen zurzeit akute Unterstützung, der Bedarf wächst. Rund 700 000 Euro verschlingt das Kinderhospiz jährlich, nur ein Drittel davon zahlen Krankenkassen. „Da muss auch der Staat in die Pflicht genommen werden“, fordert Bronner. Denn die Familien könnten sich in solch traumatisierenden Situationen nicht mehr selbst helfen.

Wenn ein Kind Vollzeitpflege braucht, todkrank ist, aber auch Geschwisterkinder da sind, geraten Eltern an die Grenze ihrer psychischen wie physischen Belastbarkeit. Oft verliert ein Elternteil dann den Beruf, Ehen gehen auseinander, die Familie zerbricht völlig. Bronner vergleicht solche Situationen mit „einem Säbelzahntiger, der vor einem steht und lauert“. Sie und ihr Team – darunter 180 Ehrenamtliche – versuchen dann, „aus dem Säbelzahntiger ein Kaninchen zu machen.“

Wie es ist, an seine Grenzen zu stoßen, das musste Bronner selbst zweimal leidvoll erfahren. Sie verlor zwei Kinder: ihre Tochter Stefanie kam zu früh auf die Welt, ihr Sohn Simon starb noch vor der Geburt, da sich die Nabelschnur um den Hals gewickelt hatte. Ihre Ehe wäre damals beinahe zerbrochen, sagt Bronner. Jetzt, Jahre später, haben sie und ihr Mann ­Florian ihr Leid in tatkräftiges Engagement umgewandelt.

Der Prix Courage ist übrigens der erste Preis, den Christine Bronner für ihr Kinderhospiz bekommt. Aber hoffentlich nicht der letzte, denn die 20 000 Euro Preisgeld sind nur der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein.

Bei der Preisverleihung dabei waren auch Schauspielerin Michaela May, Nina Ruge („Den Frauen, die arbeiten wie Hunde, muss der rote Teppich ausgerollt werden.“), Musiker Der Graf von „Unheilig“ (der sich auch privat in der Hospizarbeit engagiert und Sterbende begleitet), Schauspielerin

Daniela Ziegler, Ilona Grübel sowie alle vorangegangenen Preisträger wie Jutta Speidel.

Maria Zsolnay

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