Münchner (79) braucht dringend Sauerstoff

ER kann sich die Luft zum Leben nicht leisten

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Heute kann sich der 79-Jährige wegen seinen Lungenleidens nur schwer bewegen – und braucht ein Sauerstoffgerät.

München - Es gibt Menschen, die haben in ihrem Leben viel Gutes getan: Engelbert Mayr (79) ist einer von ihnen. Doch nun braucht er selber Unterstützung.

Jahrelang half der gebürtige Münchner unter anderem in Äthiopien den Ärmsten. Zusammen mit Weltstar und Visionär Karlheinz Böhm baute er Krankenhäuser, Brücken und Häuser für die Bevölkerung dort. Menschen für Menschen heißt das berühmte Projekt. Und heute? Heute ist der gelernte Dreher und Bauleiter schwer lungenkrank, lebt in einem winzigen 24-Quadratmeter-Zimmer in Schwabing – und kann sich nicht einmal die Luft zum Leben leisten.

Die Geschichte von Engelbert Mayr ist eine Geschichte über die Ungerechtigkeit des Lebens. Als sich der 79-Jährige im Rahmen unserer Serie Die tz gibt Senioren eine Stimme (siehe unten) an uns wandte, war klar: Hier muss geholfen werden!

"Nie war ich krank in meinem Leben. Jetzt bin ich am Ende"

Rund ein Jahr ist es her, dass bei dem Münchner ein schweres Lungenleiden (COPD) diagnostiziert wurde. Engelbert Mayr kann kaum atmen, jedes Körperteil schmerzt. Die Ärzte entscheiden: Der Patient braucht ab sofort ein Sauerstoffgerät, um ihm sein Leiden etwas zu erleichtern. „Zuerst bekam ich Flüssig-Sauerstoffflaschen geliefert – von einer Spezialfirma“, erzählt der Rentner, der von Grundsicherung lebt (wie übrigens noch gut 13 200 weitere Münchner). Genau 420 Euro hat Mayr im Monat zur Verfügung. Keinen Cent mehr. Zuerst läuft mit den Sauerstoffflaschen alles. „Doch dann entschied meine Krankenversicherung, dass ich einen Sauerstoff-Generator bekomme.“ Heißt vereinfacht erklärt: ein Gerät, das die Luft im Raum ansaugt und per Wasser den Sauerstoff herausfiltert. „Besonders im Winter war das schrecklich, weil ich in meinem Mini-Zimmer kaum mehr Luft hatte.“ Der Vorteil für die Kasse: Das Gerät ist günstiger, als alle drei Wochen die Sauerstoffflaschen nachfüllen zu lassen. Es gibt nur ein Problem: Der Sauerstoffkonzentrator, so der Fachbegriff für das neue Gerät (siehe im Bild oben) knurrt mit 230 Watt dahin – und saugt richtig Strom. „Da ich einfach kein Geld habe, bat ich die Stadtwerke, mir auszurechnen, was mich dieses Teil im Jahr kostet.“ Das Ergebnis: rund 630 Euro zusätzlich. Mayr: „Die habe ich nicht. Wie soll ich das bezahlen?“

Ja, man merkt Engelbert Mayr seine Verzweiflung an: „Nie war ich krank in meinem Leben. Jetzt bin ich am Ende.“ Neben der kaputten Lunge plagt ihn auch noch Diabetes, dazu Herzflimmern. Und beistehen kann ihm auch niemand. Verwandte und Freunde? „Ich habe niemanden mehr – ich bin ein armer Mann mitten in München.“

Ein armer Mann, der jetzt wieder Mut schöpft – dank unserer Aktion. Als die tz bei der Knappschaft (dort ist Engelbert Mayr versichert), nachfragt, was es mit dem „Sauerstoff-Stromsauger“ auf sich hat, zeigt man sich hilfsbereit. „Wir werden dafür sorgen, dass Herr Mayr natürlich die Stromkosten erstattet bekommt“, so eine Sprecherin. Da die Wohnung so klein sei, denke man sogar über eine Rückkehr zu den Sauerstoffflaschen nach. Wenn man auf Mayrs Leben blickt: Keine Frage – das hat er verdient...

Wir geben Senioren eine Stimme

Kämpft für die Älteren: Ingeborg Staudenmeyer, Chefin des Seniorenbeirats.

Knapp 260.000 Senioren (also Menschen über 65 Jahren) leben in unserer schönen Stadt. Was sind ihre Wünsche? Was ihre Ängste? Und was bewegt sie? Die tz hat sich schon immer intensiv um die Belange unserer ältesten Mitbürger gekümmert – jetzt geben wir ihnen auch eine Stimme. Zusammen mit dem Seniorenbeirat München werden wir in der tz die Probleme direkt angehen: Sie ärgern sich über etwas? Sie fühlen sich ungerecht behandelt, haben Probleme mit Behörden? Dann schreiben Sie uns: Wir versuchen Ihnen beizustehen. Schreiben Sie uns per Post an

tz München

Stichwort: Senioren

Paul-Heyse-Straße 2-4,

80336 München

oder per E-Mail an senioren@tz.de

Armin Geier

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