Englischer Garten: Finanzspritze für den Tunnel-Traum

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Hermann Grub (re.) und Lutz Spandau (Allianz).

München - Ein Tunnel unter dem Englischen Garten könnte den seit 44 Jahren zerteilten Park wieder zusammenwachsen lassen. Die Allianz Umweltstiftung finanziert nun eine Machbarkeitsstudie mit 150.000 Euro.

Das Schwabinger Architekten-Ehepaar Petra Lejeune und Hermann Grub hat einen großen Traum: Sie wollen den seit 44 Jahren durch den Isarring in zwei Teile getrennten Englischen Garten wieder zusammenführen – durch einen Tunnel am Seehaus. Am Donnerstag rückte die Verwirklichung des Traumes näher: Die Allianz Umweltstiftung stellt 150 000 Euro für eine Machbarkeitsstudie zur Verfügung.

Im Jahr 1966 war es, als der vierspurige Isarring die bis dato ungestörte Idylle des Englischen Gartens zerschnitt. Seit der Fertigstellung des Richard-Strauß-Tunnels im Juli vorigen Jahres droht diese Barriere aus Asphalt aber noch breiter zu werden: Seitdem stauen sich die Autos, die nun umgebremst aus dem Osten kommen, an der Ampel an der Ifflandstraße, an der sich die Autos aus Richtung Innenstadt in den Isarring einfädeln. Die Stadt plant nördlich eine weitere Fahrspur anzufügen, um die stauträchtige Ampel abbauen zu können.

München Architektur: Stadtentwicklung und Stadtgestaltung

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Doch Petra Leujeune und Hermann Grub haben eine ganz andere Idee: „Ein Tunnel würde das Verkehrsproblem lösen und die beiden getrennten Hälften des Englischen Gartens wieder zusammen führen.“ Bislang schätzte das Architekten-Paar die Baukosten auf rund 50 Millionen Euro. Stadtrat, Freistaat und Anwohner usw. unterstützen das Projekt, doch für das Rathaus hätten neue Tunnels an der Landshuter Allee und in der Tegernseer Landstraße Vorrang, da hier Menschen wohnen. Und die Frage der Baukosten für die Röhre im Schwabing war bislang die größte Unbekannte.

Damit die Politik weiß, welche Version des Tunnelprojektes welche Kosten verursachen würde, soll das Münchner Ingenieurbüro Obermeyer, das bereits am Mittleren Ring mit der Bauüberwachung mehrerer Tunnels betraut war, bis zum Frühjahr eine Machbarkeitsstudie anfertigen. „Diese Fakten können dann als Grundlage für politische Entscheidungen dienen,“ so Dr. Lutz Spandau, Vorstand der Allianz Umweltstiftung, die die Studie nun finanziert. Hermann Grub ist optimistisch, dass der Tunnel realisiert werden kann, und zwar bis zu den Winterspielen 2018. „Er wäre ein Grünes Projekt für die Olympiabewerbung. Da könnten sich die Münchner Konzerne bei der Finanzierung nicht entziehen.“

J. Welte

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