Englischer Garten: Jetzt kann's Bußgelder hageln

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Bei schönem Wetter hat der Park über 80.000 Gäste pro Tag.

Hunde, die frei herumtollen, Radler, die durch frischangesähte Wiesen brettern, Spaziergänger, die ihren Müll einfach ins Gras werfen: Es gibt genug Dinge, die Parkchef Thomas Köster im Englischen Garten schon lange wurmen.

Aber tun konnte er dagegen so gut wie gar nichts: Verbote ohne Strafe interessieren halt niemanden. Damit ist jetzt Schluss. Denn wie die tz erfuhr, hat der Landtag vor zwei Tagen eine Änderung des Landesstraf- und Verordnungsgesetzes beschlossen. Bedeutet: Für den Englischen Garten darf nun eine strenge Parkanlagenverordnung aufgestellt werden – mit entsprechendem Bußgeldkatalog!

Knallharter Leinenzwang für Hunde, kein Baden im Eisbach mehr – eine kleine Zusatz-Klausel im Gesetz macht’s nun also möglich. „Nur wenn ein Verstoß unmittelbar vor Ort mit einer Verwarnung oder Geldbuße geahndet werden kann, stellt sich der erwünschte spezial- und generalpräventive erzieherische Zweck ein“, heißt es höchst bürokratisch im Schreiben des Finanzministeriums. Im Klartext: Wer beispielsweise seinen Vierbeiner in Zukunft im Englischen Garten frei rumtollen lässt, kann bald vor Ort zur Kasse gebeten werden. Schon am 1. August dieses Jahres tritt die Gesetzesänderung in Kraft. „Wir mussten einfach feststellen, dass sich die Leute immer weniger an die schon bestehenden Regeln halten“, so Judith Steiner, Sprecherin des Finanzministeriums, das unter anderem für die Park- und Schlossverwaltung zuständig ist.

Zwar gibt es natürlich noch keine neuen Benutzungsregeln für den Park, diese werden aber schnell formuliert sein. Mehrmals hatte auch Thomas Köster bemängelt, dass der „Park immer mehr verwahrlost durch rücksichtslose Besucher“. Und er betonte auch, dass er „einen generellen Leinenzwang für Hunde möchte“. Dass ihm der Beschluss des Landtages nun Bestrafungsmöglichkeiten ermöglicht, freut Köster natürlich: „Dafür haben wir lange gekämpft.“ Vermutlich werden spätestens Anfang 2009 Aufpasser mit einem Knöllchen-Block durch den 4,17 Quadratkilometer großen Park pilgern.

Und es sind nicht nur die rücksichtslosen Hundehalter, die den Parkchef ärgern – auch das Surfen auf der berühmten Welle am Eisbach möchte er verbieten. Sein Argument: Es stelle den gefährlichen Eisbach als zu harmlos dar. Die Stadt hingegen will die Touristen-Attraktion behalten.

Ein weiteres Problem für Köster ist der wachsende Abfallberg: Alleine wegen des Mülls sind die Parkangestellten beispielsweise jeden Tag bis 13 Uhr nur mit Einsammeln beschäftigt. Hier könnten nun mögliche Strafen auch zu einer „Disziplinierung der Besucher“ führen.

Wie hoch die Bußgelder sein werden, ist noch nicht festgelegt. „Das wird alles erst noch entschieden“, so Judith Steiner. Zudem wird jetzt sofort ein Park in Bayreuth als Pilotprojekt für einige Verbote genutzt. Dort gebe es ähnliche Probleme wie in München. „Wir wollen ja nicht alles verbieten und jeden Verstoß bestrafen. Wir wollen nur, dass auch Familien mit Kindern wieder gerne in den Englischen Garten gehen.“

Quelle: tz

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