Wann gibt's die Entscheidung?

Englischer Garten: Neue Fakten zu Tunnel

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Der Tunnel durch den Englischen Garten – laut einer Umfrage sind mehr als 80 Prozent der Münchner dafür.

München - Der Münchner Stadtrat hat die Pläne für die drei Tunnels am Mittleren Ring vertagt. Es gibt neue Fakten - und nach wie vor Unklarheiten.

München geht immer noch nicht weiter in die Tiefe: Am Mittwoch vertagte der Stadtrat die Pläne für die drei Tunnels am Mittleren Ring weiter – Landshuter Allee, Tegernseer Landstraße (siehe unten) und am Englischen Garten. Nicht einmal die Staufalle am Isarring wollten die Politiker entschärfen – denn es gab neue Fakten zum Tunnel am Englischen Garten!

Die Zeit drängt: Der Richard-Strauss-Tunnel zieht seit seiner Eröffnung 2009 rund 45 Prozent mehr Verkehr an! Von der Staufalle am Isarring reichte der Rückstau teilweise fünf Kilometer durch den Tunnel zurück bis Ramersdorf. Mehrfach wurde nachgebessert: Derzeit gibt es an der Einfädelung der Ifflandstraße eine Ampel für eine Spur und Tempo 40. Das hat die Regierung von Oberbayern bis Ende 2013 genehmigt – und nun ein Jahr verlängert.

Zudem äußert sie sich nebulös zur wichtigsten Frage des Isarring-Ausbaus: Braucht es eine echte Auffahrt mit drei 3,50 Meter breiten Spuren, wie sie SPD und Verwaltung wollen? Oder genügen drei provisorische Bahnen mit je nur drei Metern, die CSU, Grüne und FDP fordern?

Die Politiker forderten Bedenkzeit: Nach Meinung von Opposition und Ideengeber Hermann Grub bedeutet die Spur eine Art Vorentscheidung für den Tunnel. Sie fürchten, dass der Freistaat nach dem vollen Ausbau keinen Zuschuss mehr zum Tunnel gibt und dass das Projekt unmöglich wird.

Die Stadt widerspricht nach ersten Gesprächen: Der Freistaat würde nur vier bis sechs Millionen Euro zuschießen. Dabei könnte der Tunnel bis zu 150 Millionen Euro kosten – doppelt so viel, wie bislang erwartet. Bauzeit: zehn Jahre. Die Mega-Baustelle mitten im Englischen Garten wäre entlang des geplanten Tunnels 55 bis 95 Meter breit. Bei der Schmalspur-Lösung bestünden Bedenken bei der Sicherheit.

CSU-Fraktionschef Josef Schmid sah darin nur „Abwehrargumente“. Im Januar wird weiter beraten. Danach sollen die Tunnels in eine Rangfolge gestellt und den Bürgern präsentiert werden. Eine Entscheidung wird der neue Stadtrat treffen.

David Costanzo

Landshuter Allee: 1,5 Kilometer unterirdisch

Billige Lärmschutz-maßnahmen wie Lärmwände, Flüster­asphalt und Tempolimit – oder ein Tunnel zwischen Donnersbergerbrücke und Dachauer Straße für geschätzte 537 Millionen Euro? Die Gutachter haben verglichen und die Zahlen sprechen eindeutig für die 1,5-Kilometer-Röhre. Statt derzeit mehr als 150 000 Autos verblieben höchstens 5000 bis 33 000 Autos an der Oberfläche auf der künftigen Ortsstraße. Fast alle der rund 2000 am schlimmsten betroffenen Anwohner würden bei Lärm und Abgasen entlastet. Geschätzte Bauzeit: sechs Jahre.

Tegernseer Landstraße: Zwei Röhren im Vergleich

Die Nachbarn darüber werden entlastet, die an den Enden müssen unter Umständen mehr leiden. Zwei Röhren wurden verglichen: Ein tiefer 2-Kilometer-Tunnel würde sich unter den Häusern schlängeln und 560 Millionen Euro kosten. Oder der bestehende Candidtunnel würde für 350 Millionen um 880 Meter bis zum McGraw-Graben verlängert. Die Zahlen sprechen für die Verlängerung, auch wenn in Candid- und Chiemgaustraße sogar mehr Autos als heute drohen.

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