Englischer Garten: Fast alle wollen den Tunnel

Nadelöhr Isarring: Der neue Tunnel soll mit je drei Fahrspuren die Verkehrssituation entschärfen.

München - Ob’s um die dritte Startbahn, die zweite Stammstrecke oder den Ausbau der S 8 zum Airport geht: Kaum ein Projekt in München ist unumstritten. Aber für eine Idee lassen sich offensichtlich alle begeistern: Die Wiedervereinigung des Englischen Gartens!

 Ein halbes Jahrhundert ist es jetzt her, dass der grünen Lunge der Stadt mit dem Bau des Isarrings eine hässliche Wunde zugefügt wurde. Eine Wunde, die bis vor kurzem noch unheilbar schien! Bis Petra Lejeune und Hermann Grub mit ihrer Vision von der Wiedervereinigung auftauchten. Erst wurde das Münchner Architektenehepaar belächelt, doch nachdem das Duo im Juli dieses Jahres eine Machbarkeitsstudie vorgestellt hat, lassen sich immer mehr Bürger von der Idee begeistern: Über 100 000 informierten sich in der Ausstellung "Ein Englischer Garten – Wiedervereinigung ist machbar" über das Projekt.

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Englischer Garten: Das ist der Tunnelplan!

Ihr Tenor: Tolle Idee. Aber nicht nur das: Etliche boten den Initiatoren ihre Unterstützung oder Geld an. Und wenn’s nur 20 bis 30 Euro waren. Deshalb überlegen Petra Lejeune und Hermann Grub jetzt, wie sie möglichst viele Bürger mit ins Boot nehmen können. Grub: „Es steht fest, dass wir für die Verwirklichung unserer Idee ein klares Bekenntnis der Münchner brauchen.“ Fragt sich nur, in welcher Form. Denkbar wäre, dass sich die Stiftung „Ein Englischer Garten“ für alle Münchner öffnet und Geld einsammelt. „Wenn wir zehn, 15 Millionen hätten, bliebe der Stadt wohl keine andere Wahl, als zu bauen“, so Grub. Zumal schon Zuschuss-Zusagen aus dem Bayerischen Finanz- (neun Mio. Euro) und Innenministerium vorliegen.

Und möglicherweise kommt bald noch eine weitere hinzu: Denn am 18. November will sich Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer über das Projekt informieren. Auf rund 60 Millionen Euro (plus Mehrwertsteuer) schätzen Lejeune und Grub die Kosten für die Wiedervereinigung. Ob das reicht, soll die Überprüfung der Machbarkeitsstudie durch die Stadt klären. Fest steht: Die Stadt könnte mit dem Tunnel zwei Probleme lösen: das Verkehrschaos am Isarring und die dringend benötigte Entlastung für Münchens grüne Lunge.

WdP

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