Zwischen Bogenhausen und Schwabing

Engpass auf dem Isarring: Verkehrsinfarkt mit Ansage

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Vorbereitende Arbeiten am Isarring: Die Bäume sind bereits gefällt. Nun sucht eine Spezialfirma mit langen Bohrern nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg. Während der Bauarbeiten wird in Richtung Schwabing nur die linke Spur, auf der im Bild das Feuerwehrauto fährt, offen bleiben.

München - Monatelang soll der Isarring auf eine Spur reduziert werden – was wohl für kilometerlange Staus sorgt. Die Bogenhauser CSU fordert deswegen drastische Entlastungsmaßnahmen.

Wo es heute schon eng ist und sich staut, wird es für einige Monate noch viel schlimmer werden. Ab 24. Juli wird der Mittlere Ring zwischen Bogenhausen und Schwabing zum Flaschenhals. Der Grund: Der Isarring wird bis etwa November auf der Nordseite nur noch einspurig befahrbar sein. Die zweite Spur wird für Bauarbeiten benötigt. Denn an der Einmündung Ifflandstraße wird ein zusätzlicher Fahrstreifen eingesetzt, der anschließend für Entlastung auf Münchens Hauptverkehrsschlagader sorgen soll.

Kein leichtes Bauvorhaben, denn der Ring läuft ab dem Effnerplatz über ein großes Brückenbauwerk. Die ganze Statik an der Brücke Seehaus-Unterführung sowie der Übergang von der vorhandenen Brücke auf das Gelände müssen verändert, der Rand der Brücke abgebrochen, neue Bohrpfähle gesetzt und der Durchlass des Kleinhesseloher Sees ertüchtigt werden. Ende August soll dann das neue Betonfertigteil zur Verbreiterung der Brücke eingehoben werden.

Eine echte Umleitungsroute gibt es nicht

Damit nicht genug: Zusätzlich zum Wegfall der Fahrspur auf dem Isarring wird die Einmündung der Ifflandstraße in Richtung Schwabing für die Dauer der Bauarbeiten gesperrt. Bei der Stadt rechnet man deshalb während der gesamten Bauzeit mit Verkehrsbehinderungen auf dem Isarring sowie in der weiteren Umgebung.

Die Behörden wollen die Situation entschärfen, indem der Verkehr so frühzeitig wie möglich umgeleitet wird. Doch das ist nicht so einfach: Der Mittlere Ring ist in dem Gebiet die einzige große Querung über die Isar. Eine echte Umleitungsroute gibt es nicht. Man kann eigentlich nur entsprechende Hinweisschilder an Maximilianstraße und Prinzregentenstraße mit Ableitungsempfehlungen aufstellen.

In der Rathaus-CSU rechnet man mit langen Rückstaus bis weit in den Richard-Strauss-Tunnel hinein. „Vielleicht sogar über den Leuchtenberg- und den Innsbrucker Ring hinaus bis zur Einmündung der A8 in Ramersdorf.“

Auch in Bogenhausen malte die örtliche CSU auf der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses Horrorvisionen eines 30 bis 50 Kilometer langen Rückstaus mit Dominoeffekt im gesamten Osten und Südosten Münchens an die Wand. Denn nach Erhebungen aus dem Jahr 2010 würden diesen Abschnitt zwischen Bogenhausen und Schwabing täglich etwa 55 000 Fahrzeuge passieren.

Aufhebung des Durchfahrtsverbots durch den Englischen Garten?

Im Baureferat hat man sich bereits einige Maßnahmen für die Bauphase überlegt. So soll die Zufahrt vom Effnerplatz in Richtung Isarring für den Individualverkehr gesperrt werden. Zudem sind geänderte Ampelschaltungen an den Kreuzungen Effnerplatz und Effner-/Englschalkinger Straße sowie der Widenmayerstraße in Planung. Was auf Kosten der ÖPNV-Beschleunigung gehen wird. Andere Maßnahmen, so die Einschätzung, seien schwierig, weil sie den Stau nur verlagern würden. Auf jeden Fall soll es im Herbst keine weiteren Bauvorhaben entlang des westlichen Ringabschnitts und im Altstadt-Ringtunnel geben.

Bei der Bogenhauser CSU hat man noch andere Ideen. Zum Beispiel eine Aufhebung des Durchfahrtsverbots durch den Englischen Garten für Fahrzeuge des Wirtschaftsverkehrs. „Nach Registrierung beim KVR könnten wenigstens die diese Strecke nutzen“, so Robert Brannekämper (CSU). Sonst wäre der wirtschaftliche Schaden gigantisch. Doch das Stadtteilparlament lehnte das ebenso ab wie eine Aufhebung der Bus- und Tramspuren in dem Umgriff.

Carmen Ick-Dietl

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