Nix war's mit dem Enkeltrick

Rentnerin legt diese Betrügerin rein

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Cristina L. brachte im Gefängnis ein Mädchen zur Welt

München - Dank der Aufmerksamkeit einer Münchner Seniorin wandert eine Enkeltrick-Betrügerin in den Knast. Die alte Dame war durch einen Rundfunkbeitrag vor solchen Gaunereien gewarnt worden.

Du wirst doch nicht der Adolf sein?“ Mit diesen Worten hatte Helga D. (69) aus Aubing einen Enkeltrick-Betrüger an der Angel. Der Mann am Telefon biss an. Er glaubte, 82 000 Euro abzocken zu können. Helga D. spielte das Opfer, in Wirklichkeit hörte die Polizei alles mit. Als die Komplizin Cristina L. (22) das Geld entgegennehmen wollte, schnappte die Falle zu: Verhaftung! Gestern wurde der Trickbetrügerin der Prozess gemacht.

Cristina L. ist Mitglied eines polnischen Roma-Clans. „Die Bande ist durch familiäre Bezüge definiert“, so Staatsanwalt Nikolaus Lantz. „Besondere Verwerflichkeit erhält das Vorgehen durch die Wahl der Opfer, bei denen es sich durchgängig um alte Menschen handelt, die in ihrer Kritikfähigkeit eingeschränkt sind.“

Bei Helga D. sind die Täter an die Falsche geraten. Durch die Medien kannte sie den Trick: „Rat mal, wer dran ist?“ Auf den Namen „Adolf“ stieg der Ganove sofort ein und spielte der Rentnerin vor, er benötige dringend 82 000 Euro.

"Über den Vornamen Adolf ­haben wir herzlich ­gelacht. Der ist doch 1945 aus der Mode ­gekommen."

Helga D. (69) aus Aubing

„Ich habe nur 20 000“, antwortete Helga D. „Adolf“ veranstaltete einen Psycho-Terror. „Der hat gedrängt und gedrängt“, so Helga D. Am nächsten Tag könne er die 82 000 Euro haben, gab sie nach. Zum Schein ging sie zur Bank. Als sie mit einem dicken Kuvert herauskam, kam ihr eine hochschwangere Frau entgegen: „Ich bin Claudia.“ Sie gab der Rentnerin ein Handy. „Adolf“ meldete sich. Er habe keine Zeit, selbst zu kommen. Als Helga D. ihr das Kuvert in die Hand drückte, klickten die Handschellen.

Im Knast hat Cristina L. ein Mädchen zur Welt gebracht. „Ich wurde von meiner Familie unter Druck gesetzt“, jammerte die Angeklagte. Ihre Anwälte: „Das Geld wäre in die Familienkasse geflossen.“

„Die Familienkasse wird ausschließlich durch Straftaten gefüllt“, stellte Richter Kai Dingerdissen fest. Das Urteil: zwei Jahre Haft – ohne Bewährung!

Unfried

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