Hauptsekretär aus Dienst entfernt 

Entlassen! Zollbeamter war Vermittler von Betrüger

München - Ein Zollbeamter hat fast zwei Jahre lang gegen Provision einem Anlagebetrüger zugearbeitet. Das hat den Hauptsekretär jetzt Beamtenstellung und Pension gekostet.

Auf Antrag der Bundesfinanzverwaltung hat das Verwaltungsgericht München den Zollhauptsekretär am Montag aus dem Dienst entfernt. Er habe in erheblichem Umfang gegen das Gesetz verstoßen und damit das Vertrauen seines Dienstherrn in ihn zerstört, begründete die Disziplinarkammer ihre Entscheidung (Az.: M 19B DK 14.1367). Nebenher hatte der 61-Jährige auch noch ohne Genehmigung mit Kunstgewerbeartikeln gehandelt.

Der Vater von drei jetzt erwachsenen Kindern hatte während seiner jahrelangen Beurlaubung aus familiären Gründen das Budget mit der Vermittlung von Kapitalanlagegeschäften aufzubessern versucht. Er war einer in einem System von Vermittlern und Untervermittlern, über die der Chef eines Schwindelunternehmens mit Sitz in Florida mehr als 1300 Geldgeber um eine insgesamt zweistellige Millionensumme erleichterte. Der Mannheimer versprach garantierte Monatszinsen von vier bis sechs Prozent und investierte das abgezockte Geld in einen luxuriösen Lebensstil.

Nach Aufdeckung des Riesenschwindels verurteilte ein Landgericht den Drahtzieher zu achteinhalb Jahren Haft. Der Zollbeamte kam vor dem Amtsgericht mit einer Bewährungsstrafe von elf Monaten davon - nur für die Vermittlung sogenannter Drittstaateneinlagen nach dem Gesetz über das Kreditwesen. Sein Anwalt siedelte das Vergehen vergeblich „im untersten Bereich“ an, wie schon das Strafmaß zeige. Der von 2009 bis zu seiner Suspendierung 2013 teilzeitbeschäftigte Zöllner hat inzwischen Privatinsolvenz anmelden müssen, von den Provisionen habe er nie etwas gesehen, die seien immer sofort in Florida angelegt worden.

dpa

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