Zimbabwe: Partei setzt Präsident Robert Mugabe ab

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Erst Giesing, jetzt Glockenbachviertel

Entmietung! Es ist derselbe Bauherr, der denkmalgeschütztes Haus abreißen ließ

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Harald Gruber und seine Mutter Rosalinde wurden mit ihrem Geschäft in der Fraunhoferstraße 36 enteignet

Der illegale Abriss des alten Uhrmacherhäusls in Giesing hat Empörung bis hin zur Stadtspitze ausgelöst. Jetzt stellt sich raus: Derselbe Bauherr hat auch schon andernorts wüst zugeschlagen – nämlich im Glockenbachviertel.

München - Markant sind die Parallelen: In beiden Fällen haben sich die ausführenden Baufirmen über die Vorgaben der Behörden hinweggesetzt. Wie krass das in Giesing ausging, sehen Sie im Bild unten: Da wurde das denkmalgeschützte Uhrmacherhäusl komplett abgerissen. Genehmigt hatte die Stadt lediglich eine Sanierung. DerBauherr sprach von einem „Versehen“, die Lokalbaukommission (LBK) vermutet ein „kriminelles Vorgehen“ (lesen Sie hier: Giesinger demonstrieren, denn sie wollen keinen „Schickimicki-Stadtteil“). OB Dieter Reiter (59, SPD) will nun den originalgetreuen Wiederaufbau durchsetzen.

Erst der illegale Abriss in Giesing, jetzt wird Entmietung an Fraunhoferstraße bekannt

Harry Gruber und seine Mutter stehen vor den Resten dessen, was mal ihr Restaurant war. Sie sagen, der Hausbesitzer sei für ihre Pleite verantwortlich. 

Harry Gruber (50) hat sich obdachlos gemeldet. Seine Wohnung kann er sich nicht mehr leisten – alles ist den Bach runtergegangen nach der Sache mit dem eigenen Restaurant. Gruber hatte den Betrieb an der Fraunhoferstraße zusammen mit seiner Mama Rosalinde (75) eröffnet. Die Kunden kamen, das Geschäft florierte – doch gut drei Jahre später stehen die beiden vor dem Nichts. „Der Hauseigentümer hat uns ordentlich zugesetzt“, sagt Gruber, „der wollte uns regelrecht pleite machen.“ Als Gruber den Mietvertrag unterzeichnet hatte, habe das fünfgeschossige Haus noch einer Erbengemeinschaft gehört. Wenige Monate später sei das Gebäude aber verkauft worden – an eben jenen Mann, der sich aktuell wegen des illegalen Abrisses des Giesinger Handwerkerhäuschens verantworten muss. 

Mit dem Verkauf kamen die Probleme. Zuerst seien Gerüste aufgestellt worden, „danach wurde gehämmert, gemeißelt und gebohrt“, so Gruber. Wie Schnee sei der Staub vom ersten Stock ins Restaurant gerieselt. „Wir haben völlig unter Staub gestanden – irgendwann mussten wir zusperren.“ Die Bauarbeiten hätten mehrere Monate gedauert. Monate voller Lärm, Schutt und Ärger. „Die Zustände waren unerträglich“, sagt Gruber, die Gäste blieben weg. Mehrfach seien auch Baustopps gegen den Eigentümer verhängt worden. 

Ein Sprecher des Planungsreferats bestätigt, dass etwa im Januar 2016 aufgrund einer Beschwerde aus der Nachbarschaft eine Ortskontrolle stattfand. Ergebnis: Die Baumaßnahmen wichen deutlich von der Baugenehmigung ab. Da wurde beispielsweise der Dachstuhl komplett neu gebaut statt – wie beantragt – lediglich ausgebaut. Folge: Baustopp bis September! 

Wir haken beim Bauherrn nach, doch der will  Entmietung nicht kommentieren

So sah es aus, als am Haus gebaut wurde. das Foto hat Harry Gruber gemacht. 

Wir wollten gern mit dem Bauherrn über die Sache reden – er aber nicht mit uns: „Diesen Anruf können Sie sich sparen. Kein Kommentar.“ Für Harry Gruber ist die Sache derweil klar. Er sagt: Der Hauseigentümer habe ihm wegen des Bau-Ärgers vorgeschlagen, „die Miete bis zum Ende der Renovierungsarbeiten zu erlassen“. 

Doch als Gruber diese mündliche Vereinbarung später auch schriftlich einforderte, habe er stattdessen die fristlose Kündigung bekommen: „Plötzlich war ich der Böse, der seine Miete nicht mehr bezahlt.“ Die Grubers wehrten sich und blieben im Haus. Der Eigentümer zog vor Gericht – und gewann, weil Gruber 15 Monate lang keine Miete bezahlt hatte. Grundlage ist eine Klausel im Mietvertrag, die besagt, dass „nachträgliche Änderungen und Ergänzungen schriftlich erfolgen“ müssen. Mündliche Vereinbarungen seien nichtig. Außerdem glaubte das Gericht der Darstellung Grubers über den Miet-Erlass nicht. 

Die Anwohner in Giesing haben Strafanzeige erstattet und fordern auch die Kosten für die Untersuchung der Baustelle vom Eigentümer ein.

Was den gelernten Koch ärgert, ist die Art, wie der Eigentümer mit ihm umgegangen ist. „Der hat mir mein komplettes Restaurant ausgeräumt – die Einrichtung, die Kühlung, den Ofen.“ 180.000 Euro habe er in seinen Traum investiert. Geblieben sind ihm davon nur Sorgen. Am 11. Januar hat er zugesperrt.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesen Teilen Münchens posten wir auch auf den Facebook-Seiten „Giesing - mein Viertel“ und „Isarvorstadt - mein Viertel“.

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