Entschädigung von Versicherung gefordert

Ochsenbraterei klagte wegen Wiesn-Ausfall - So viel Geld bekommt sie nun zugesprochen

Antje Schneider ist Wirtin der Ochsenbraterei - und kann sich über einen Erfolg am Landgericht freuen: Die Versicherung muss für den Schaden wegen des Wiesn-Ausfalls aufgrund der Corona-Pandemie bezahlen.
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Antje Schneider ist Wirtin der Ochsenbraterei - und kann sich über einen Erfolg am Landgericht freuen: Die Versicherung muss für den Schaden wegen des Wiesn-Ausfalls aufgrund der Corona-Pandemie bezahlen.

Es geht um viel Geld: Über zwei Millionen Euro Schaden macht die Ochsenbraterei wegen des Ausfalls des Oktoberfestes 2020 geltend. Sie fordert Entschädigung von der Versicherung – und bekam Recht.

München - Erfolg für Wiesn-Wirtin Antje Schneider und die Ochsenbraterei: Die Haberl Gastronomie bekommt von der Versicherung eine Entschädigung, weil das Oktoberfest vergangenes Jahr (wie auch 2021*) wegen Corona ausgefallen ist und damit Einnahmen weggebrochen sind. Das Landgericht München I hat entschieden, dass die „Direktion für Deutschland, XL Insurance Company SE“ rund 513.000 Euro bezahlen muss. Das hatte die Versicherung zunächst abgelehnt, da bereits im April klar gewesen war, dass die Wiesn nicht stattfinden würde. Außerdem sei noch nicht sicher festgelegt gewesen, ob die Ochsenbraterei dabei gewesen wäre.

Das ließ Richter Martin Scholz nicht gelten. „Ich kenne kein Oktoberfest, wo die Ochsenbraterei nicht dabei war“, sagte er. Man könne davon ausgehen, dass es auch 2020 so gewesen wäre. „Die Klägerseite hat ein umfangreiches Schadensgutachten vorgelegt, das in sich schlüssig ist“, sagte er. „Es nur pauschal zu bestreiten, reicht nicht aus.“ Für die Ausfallversicherung zahlt die Ochsenbraterei jährlich eine Prämie von rund 60.000 Euro.

Ochsenbraterei gewinnt Prozess - Wiesn-Wirten winken Ausgleichszahlungen

Das Unternehmen macht insgesamt bei mehreren Versicherungen einen Schaden von knapp über zwei Millionen Euro geltend. Sollte das Urteil gegen die „Direktion Deutschland“ als führende Versicherung rechtskräftig werden, dann wären auch die anderen daran gebunden und müssten für den Schaden zahlen. Die Anwälte der Versicherung äußerten sich am Montag jedoch nicht dazu, ob sie in Berufung gehen werden. Auch die Ochsenbraterei wollte keine weitere Stellungnahme abgeben.

Peter Inselkammer, Sprecher der Wiesnwirte und Betreiber des Armbrustschützenzelts, findet das Urteil richtig. „Die Versicherungen sind definitiv in der Leistungspflicht“, sagt er. „Sich dagegen zu wehren, ist unredlich.“ Seine Meinung: „Genau so einen Fall soll die Versicherung abdecken.“ Haberl hatte derweil noch ein weiteres Verfahren* laufen, auch hier wurde gerichtlich ein Sieg errungen:

Derzeit laufen mindestens zwei weitere ähnliche Gerichtsverfahren: Die Fischer Vroni hatte ebenfalls geklagt, und über 400.000 Euro gefordert. Sie bekam Recht, dass sie einen Anspruch auf eine Versicherungsleistung hat. Die Höhe ist noch nicht festgelegt. Hier legte die Versicherung Berufung ein, das Verfahren ist jetzt beim Oberlandesgericht. Der Prozess ums Schützen-Festzelt ruht derweil noch am Landgericht, bis das Urteil am Oberlandgericht fällt. Bei diesem Prozess geht es zunächst um rund 840.000 Euro. Insgesamt liegt hier der Versicherungsschutz bei maximal vier Millionen Euro.

Bereits zum zweiten Mal findet coronabedingt kein Oktoberfest in München statt. Unsere Autorin kann diesem Umstand jedoch Positives abgewinnen. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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