Modeschöpferin Laura Biagiotti gestorben

Modeschöpferin Laura Biagiotti gestorben

Epische Riffs fürs reizüberflutete Hirnkastl

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Bullet-Frontkreischer Dag "Hell" Hofer.

München - Der Schwed' kommt - und die Metallerherzen schlagen höher! Grand Magus, Bullet & Support begeisterten die Freunde des Traditionsstahls im Backstage-Werk. Die tz war dabei.

Viel besser hätte das Konzertjahr 2012 nicht beginnen können. Mit den Schweden von "Grand Magus", "Bullet" und "Steel Wing", den Kanadiern "Skullfist" und dem Holland-Trio "Vanderbuyst" gastierten gleich fünf gefeierte Newcomer des klassischen Heavy Metal in der größten Halle des Backstage. Ein Gitarrengeschwader aus weißen Flying Vs, das die Fans fast sechs Stunden zurück in die seeligen 80er Stretchhosen-Jahre katapultierte. Das Lustige und gleichzeitig Hoffnung machende: Damals war ein Großteil der Musiker und anwesenden Fans maximal im Kindergarten unterwegs. Vorgezogenes Fazit deshalb: Der Metal hat seinen oft prophezeiten Tod längst überlebt. Aber sowas von!

Und damit zu Vanderbuyst: Leider Gottes hat das kürzlich erschienene Zweitalbum die hohen Erwartungen der Gemeinde nicht wirklich erfüllen können. Live funktionieren die Songs von "In Dutch" aber durchaus. Was ein bissl mehr Tempo doch ausmacht. Am meisten abgefeiert vom nach und nach eintrudelnden Publikum werden aber natürlich "Tiger" und "From Pillar to Post", zwei Hits vom fantastischen Erstling. Nach 30 Minuten ist Schluss. Anheizerrolle mehr als erfüllt!

Skullfist aus Toronto können mit dem aktuellen "Head of the Pack"-Album dagegen ein echtes Oldschool-Schmankerl vorstellen. Als gitarrentechnisch vielleicht beste Band des Abends lässt der Vierer auch posingtechnisch nichts anbrennen. So spielt Sänger/Gitarrist Jackie Slaughter ein Solo schon mal auf den Schultern von Saitenkollege Jonny Nesta. Mei, sind halt noch jung, die Burschen.

Und erfrischender als die ebenfalls noch relativ grünen Steelwing. Deren Priest/Maiden-Gebräu kommt auf Dauer doch etwas cheesig und altbacken daher, auch wenn das Zweitwerk "Zone of Alienation" durchaus seine Momente hat. Reicht noch nicht für Liga eins.

Aber dann... Bühne frei für eine der unterhaltsamsten Kapellen, die's derzeit zu erleben gibt: the mighty "Bullet". Rose Tattoo gekreuzt mit old Accept, dazu als Alleinstellungsmerkmal Frontkreischer Dag "Hell" Hofer - fertig ist das Erfolgsrezept. Mit Hymnen wie dem eröffnenden "Highway Pirates", "Turn it up loud" undundund kann gar nichts schiefgehen. Die Meute frisst den nordischen Partytieren vom Start weg aus der nietenbehandschuhten Hand. Nicht umsonst hat sich der Branchenriese Nuclear Blast die Stimmungskanonen jüngst unter den Nagel gerissen.

Auch der Headliner des Abends, Grand Magus, hat mit Roadrunner ein umtriebiges Label, entsprechend präsent ist das sympathische Trio auf den wichtigen Metal-Bühnen und Zeitschriften-Seiten. Hier passt einfach alles zusammen: epische Riffs, eine erhabene Stimme, dazu das richtige Gespür für Songs, die nie klischeehaft klingen aber (fast) immer zuschnappen im reizüberfluteten Hirnkastl. Schade nur, dass sich ein Teil des Backstage-Publikums bereits auf den Heimweg gemacht hat, als Sänger/Gitarrist Janne „JB" Christoffersson den "Hammer of the North" auspackt. Meister Thor, übernehmen Sie!

Ludwig Krammer

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