Mindestens 23 Tote bei Angriff auf Bus mit Christen 

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46-Jähriger forderte zwei Millionen Euro

"Geld oder Entgleisung!" Er erpresste die Bahn

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Erpresser Michael K. (46) in schicker Weste am Montag vor Gericht.

München - Makler Michael K. (46) wollte Millionen von der Deutschen Bahn erpressen, weil er selbst pleite war. Am Montag gestand er alles vor dem Landgericht

„Überweisen Sie zwei Millionen Euro – oder wir lassen einen Zug entgleisen!“ Mit diesen Worten drohte Michael K. (46, Name geändert) im Frühjahr 2008 einer Münchner Versicherung und der Deutschen Bahn. Der Makler wollte Millionen erpressen, weil er selbst pleite war. Am Montag gestand er alles vor dem Landgericht.

„Er möchte die Verantwortung für seine Taten übernehmen und die Karten auf den Tisch legen“, verlas Verteidiger Uwe Paschertz in einer Erklärung für seinen Mandanten. „Nie hatte er vor, solche Taten wirklich umzusetzen.“ Für die Betroffenen klang das aber ganz anders! Ihnen schickte Michael K. fünf ausgedruckte Schreiben per Post – und versah sie jeweils mit der Überschrift Erpresserbrief. Darin drohte er laut Anklage auch, Immobilien „in Schutt und Asche zu legen“, Lagerhallen in Brand zu setzen und Autos zu zerstören. Selbst „Personenschäden“ nähme er in Kauf, wenn das Geld nicht an ein Girokonto fließe. Aber: Die Firmen zahlten nie, sondern schalteten die Polizei ein!

Nur durch Zufall konnten die Beamten Michael K. dann schnappen. Er war bei einem Verbraucherschutzverein angestellt und verkaufte Versicherungen. Als dort eingebrochen wurde, überprüfte die Polizei auch K.’s Fingerabdrücke – und wies ihm die Erpresserbriefe nach, auf denen er DNA hinterlassen hatte.

„Durch meine Arbeit hatten viele Leute Geld verloren“, sagt K. , der sich in dubiose Geschäfte verstrickt hatte. „Ich habe mich so geschämt und traute mich nicht mehr auf die Straße. Meine ganze Familie litt darunter, und ich brauchte dringend Geld.“ So sei er auf die Idee mit der Erpressung gekommen.

Michael K. weint bitterlich, während er gesteht. Nur seine Frau wisse Bescheid – seine beiden Kinder und sein neuer Chef aber nicht. Spätestens beim Urteilsspruch wird er seine Verbrechen aber nicht mehr geheimhalten können. Wegen räuberischer Erpressung droht Michael K. eine Gefängnisstrafe! Das Urteil soll am Freitag fallen.

Andreas Thieme

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