Er rammte seiner Frau ein Messer in den Kopf

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Stefan P. (26) vor Gericht - rechts sein Opfer Sarah

München - Jämmerlicher Auftritt vor Gericht: „Ich bin nicht aggressiv, im Gegenteil.“ Das sagte ausgerechnet der Mann, der seine Ex-Ehefrau mit mindestens 18 Messerstichen für ihr ganzes Leben entstellt hat!

Stefan P. (26) hörte erst dann auf, als die Messerklinge zerbrach, weil er diese in den Schädel seines Opfers Sarah (22) rammen wollte.

P. hat die schreckliche Bluttat im Kinderzimmer in Gegenwart der gemeinsamen Tochter Chiara (2) begangen. Als der Notarzt eintraf, weinte das geschockte Kind: „Papa, Mama, aua!“

Mit einem langen Brotmesser, das er in einer Tüte versteckt hatte, war er am 3. August 2011 zu seiner Noch-Ehefrau in die Balanstraße gefahren. Sie hatte sich von dem mehrfach vorbestraften Mann getrennt, weil dieser immer wieder gewalttätig geworden war. Dies verharmlost der Angeklagte: „Sie kriegt immer leicht blaue Flecken.“

An diesem Tag führte Stefen P. Böses im Schilde: Von hinten schlug er die arglose Frau nieder. Dann stach mindestens 18 Mal auf sie ein – um sie zu töten, wie es in der Anklage heißt.

Sarah P. wehrte sich verzweifelt. „Sie hat mich geschlagen“, so der Angeklagte weinerlich. Er rammte ihr das Messer in die Brust, in die Arme, in den Oberschenkel. „Ich wusste nicht, was ich tat“, behauptet der Angeklagte. „Sie hat gefleht, sie am Leben zu lassen.“

Tatsächlich hatte Sarah in Todesangst geschrieen: „Ich liebe dich!“ Der Täter besann sich aber erst dann eines Besseren, als die Messerklinge an der Stirn seines Opfers zerbrach. Zunächst traktierte er sein Opfer mit dem Messerstumpf, hörte aber dann noch auf. „Ich liebe dich“, wiederholte Sara P. „Hätte ich nicht so reagiert, wäre es aus mit mir gewesen“, berichtete sie damals exklusiv der tz.

Schließlich ließ er von ihr ab und rief den Notarzt. Juristisch ist das ein Rücktritt vom Mordversuch. Ihm drohen nun maximal zehn Jahre Haft.

Mit der Reue tut sich der Angeklagte allerdings schwer. Vielmehr sucht er die Schuld beim Opfer. Sarah sei fremd gegangen, vermutet er. Gemeinsam waren sie 2009 bei einer Sat1-Sendung mit Britt Hagedorn. Bei der Frage um die eheliche Treue habe der Lügendetektor bei ihr eindeutig ausgeschlagen, so der Angeklagte. Er behauptet: „Sie hatte Kontakt mit den falschen Leuten.“

Am Dienstag kommt das Opfer vor Gericht zu Wort.

E. Unfried

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