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Er zockte Münchner Senioren ab: Dreister Betrüger (19) muss lange ins Gefängnis - und hat jetzt hohe Schulden

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Von: Andreas Thieme

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In Handschellen wurde Kevin M. (19) ins Münchner Amtsgericht geführt
In Handschellen wurde Kevin M. (19) ins Münchner Amtsgericht geführt © SIGI JANTZ

Harte Strafe für einen Nachwuchs-Kriminellen: Zwei Jahre und vier Monate muss Kevin M. (19) ins Gefängnis, weil er Senioren abgezockt hat. Zu der Haftstrafe kommen jetzt auch noch hohe Schulden.

München - Im schlichten weißen T-Shirt wird Kevin M. (19) ins Amtsgericht geführt. Er wirkt nicht wie ein Schwerkrimineller. Doch sein Prozess hatte es in sich: Dem 19-Jährigen werden gleich drei Fälle von Senioren-Abzocke vorgeworfen. Er muss nun sogar ins Gefängnis.

Denn bei der Masche „Falsche Polizisten“ kennt die Justiz in Bayern keine Gnade mehr - zu schlimm sind die Schäden, die organisierte Callcenter-Banden anrichten. Seit Jahren liegen diese deutlich im Millionenbereich. Und Senioren verlieren nicht nur ihr Geld, sondern oft auch ihren Lebensmut.

Entsprechend hart war auch die Strafe für den Nachwuchs-Kriminellen: Zwei Jahre und vier Monate muss Kevin M. (19) ins Gefängnis, weil er Senioren abgezockt hat. Laut Staatsanwaltschaft machte er als „falscher Polizist“ insgesamt 55 000 Euro Beute. Doch jetzt ist Schluss: Das Amtsgericht verurteilte den 19-Jährigen wegen gewerbsmäßigem Bandenbetrug in drei Fällen.

München: 19-Jähriger zockt Senioren 55.000 Euro ab - jetzt muss er lange ins Gefängnis

Im März soll sich Kevin M. einer kriminellen Bande von Callcenter-Betrügern angeschlossen haben. Laut Anklage wollten sie einen „größtmöglicher Vermögensverlust“ bei Senioren herbeiführen. Die Masche: Den älteren Herrschaften wird am Telefon erzählt, sie seien in Gefahr, eine Einbrecherbande habe sie auf der Liste - nun müsse die Polizei ihre Wertsachen sichern. Doch am Telefon ist kein Kommissar, sondern einer der Betrüger-Bosse, die meist in der Türkei sitzen. Sie werben junge Männer aus München an, die dann die Beute bei den Senioren abholen sollen - wie Kevin M. Ihnen wird schnelles Geld versprochen. Bis zu 700 Euro erhielt M. pro Fall.

Doch die Senioren verlieren oft ihr gesamtes Erspartes: 16 200 Euro waren es am 7. März bei einem 79-Jährigen, 29 500 Euro am 8. März bei einer 89-Jährigen und 10 000 Euro am 9. März bei einer 64-Jährigen. Auch bei Abholern kennt die Justiz kein Pardon: Ihnen droht direkt Knast. Und was Kriminelle nicht wissen: Neben der Haft müssen sie auch den Schaden der Senioren begleichen - und versinken in oft in immensen Schulden. „Einziehung von Wertersatz“ nennt die Justiz diesen Vorgang, der Betrüger zur Wiedergutmachung verpflichtet. Einen Begriff, den sich junge Männer gut merken sollten, wenn sie von den Banden kontaktiert werden.

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