Erfinder der E-Mail ausgezeichnet

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Erfinder Raymond Samuel Tomlinson

München - Sie hat die Menschheit näher zusammen gebracht: Die E-Mail. Ihr Erfinder, der Amerikaner Raymond Samuel Tomlinson, ist dafür in München ausgezeichnet worden. Auch ein Deutscher wurde mit einem Preis bedacht.

Jeden Tag wird sie millionenfach von Kontinent zu Kontinent geschickt und hat damit die Menschheit ein wenig näher zusammen gebracht: die E-Mail. Ihr Erfinder Raymond Samuel Tomlinson ist zum 40-jährigen Jubiläum der elektronischen Nachricht am Samstag in München mit dem Kulturpreis der Eduard-Rhein-Stiftung geehrt worden. Anlass war, dass 1971 - also genau vor 40 Jahren - die erste elektronische Post von Tomlinson verschickt wurde.

Den mit 30 000 Euro dotierten Technologiepreis verlieh die Stiftung an den Deutschen Wolfgang Hilberg für seine Erfindung der Funkuhr. Die mit 1500 Euro dotierten Jugendpreise erhielten laut einem Stiftungssprecher die “Jugend forscht“-Teilnehmer Jörg-Michael Weber aus dem mittelfränkischen Weißenburg und Isabell Arend aus Duisburg.

Vor vier Jahrzehnten legte der US-Amerikaner Tomlinson den Grundstein für eine heute alltägliche Form der Kommunikation. Damals schickte er die erste elektronische Post an einen Computer im Nachbarzimmer. Dafür entwickelte Tomlinson ein eindeutiges Adressformat, das ein unscheinbares Zeichen enthält: das @-Zeichen. Es trennte schon damals den Benutzernamen vom Namen des Rechners. Die heutige E-Mail war geboren, das “@“ - in Deutschland auch als “Klammeraffe“ bezeichnet - ist aus der Welt nicht mehr wegzudenken. Der 60-Jährige erhielt dafür den mit 20 000 Euro dotierten Kulturpreis der Stiftung.

Dem zweiten Hauptpreisträger, Wolfgang Hilberg, gelang der Durchbruch 1967: Der heute 79 Jahre alte Professor meldete damals sein “Verfahren zur laufenden Übermittlung der Uhrzeit“ beim Deutschen Patentamt in München an. Kurz darauf wurde die genaue Mitteleuropäische Zeit nicht mehr nur durch die Rundfunkanstalten mitgeteilt, sondern konnte durch Funkuhren selbst empfangen werden.

Die Idee zur Zeitübertragung per Funk war zwar schon Jahrzehnte alt. Aber erst Hilberg gelang die “kontinuierliche, digital codierte Normalzeit-Funkübertragung“, würdigte das Stiftungskuratorium die Erfindung.

Die Jugendpreise verlieh die Stiftung im Rahmen des Bundeswettbewerbs “Jugend forscht“. Der 19-jährige Jörg-Michael Weber erhielt die Auszeichnung für die Programmierung einer Steuerelektronik für Autoscheinwerfer. Die 18 Jahre alte Isabell Arend erhielt den Preis für ihre theoretische Untersuchung mathematischer Formeln für die Verarbeitung in Computern.

Die Eduard-Rhein-Stiftung wurde 1976 ins Leben gerufen, um herausragende Forschungs- und Entwicklungsleistungen auf dem Gebiet der Rundfunk-, Fernseh- und Informationstechnik zu würdigen. Die Liste der internationalen Preisträger umfasst bereits mehrere IT- Pioniere. Im vergangenen Jahr wurde der Wikipedia-Gründer Jimmy D. Wales für seine Idee geehrt, über das Internet allen Menschen eine freie und internationale Enzyklopädie bereitzustellen. Stifter Eduard Rudolph Rhein (1900-1993) war Gründer der Fernsehzeitschrift “Hörzu“ und Autor der “Mecki“-Kinderbücher.

dpa

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