Die tz erklärt die heftigste Gewitterfront des Jahres

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So sah es am Donnerstagabend in München aus. In Bayern schüttete es bis zu 50 Liter pro Quadratmeter.

München - In der Nacht zum Donnerstag gab es heftige Gewitter in Deutschland und vor allem in Bayern. Die tz befragte einige Meterologen über den Weg und Ablauf einer Gewitterfront.

Dunkle Wolken wälzen sich heran, Blitze zucken, Donner grollt. In der Nacht auf Donnerstag fegte eine gewaltige Gewitterfront durch die Republik. Am meisten rumpelte es in Bayern: Hier schüttete es bis zu 50 Liter pro Quadratmeter, Bäume stürzten um, Straßen wurden überflutet. Das heftigste Gewitter des Jahres – in der tz erklären Meteorologen Weg und Ablauf der Gewitterfront:

Wie kündigt sich ein Gewitter an?

Zwei wichtige Vorboten für ein Gewitter: Quellwolken und Wind. „Wenn Sie am Himmel deutliche Quellwolken sehen, die wie ein Blumenkohl aussehen und immer größer werden, braut sich in den nächsten ein bis zwei Stunden was zusammen“, sagt Thorsten Pagenkopf, Meteorologe von donnerwetter.de. Bläst es dann stark, geht’s schnell: „Kurz vor dem Gewitter weht oft heftiger Wind.“ Denn: Nicht weit entfernt schüttet oder hagelt es bereits heftig – die Böen (bis zu sechs Windstärken) entstehen durch die Luft, die dort durch den Niederschlag verdrängt wird.

Wie läuft ein Gewitter ab?

Jede Sekunde toben auf der Erde etwa 2000 Gewitter – im Jahr sind das rund 16 Millionen. Gewitter bilden sich, wenn warme, feuchte Luft schnell in hohe, kalte Bereiche der Lufthülle gerissen wird. „Blitz, Donner und heftiger Niederschlag mit Regen und Hagel gehören immer dazu“, so Pagenkopf. Die aufsteigende Luft erzeugt elektrische Spannung, die sich in Form von Blitzen entlädt. Pro Tag entladen sich weltweit ca. neun Milliarden Blitze! Die Luft wird durch die Blitze schnell heiß und kühlt dann sofort wieder ab. Dabei entstehen heftige Knallgeräusche – der Donner. Je dunkler die Wolken am Himmel, desto näher das Gewitter. Nach dem Gewitter kühlt die Luft in der Regel um etwa 10 Grad ab. „Das liegt daran, dass Gewitter häufig vor einer Kaltfront liegen, an deren Rückseite sich kältere Luft heranschiebt“, sagt Pagenkopf.

Welche Ausdehnung hat ein Gewitter?

Man unterscheidet einzelne Gewitterzellen und Gewitterfronten aus mehreren Zellen. Eine Einzelzelle, die aus einer Gewitterwolke besteht, erstreckt sich in der Regel nur über ein paar Kilometer. „Eine Gewitterfront dagegen kann mehrere 100 Kilometer lang und 50 Kilometer breit sein“, erläutert Pagenkopf. Gewitterwolken liegen in einer Höhe von bis zu zwölf Kilometern.

Und wie lang dauert es?

Gewitter, die aus einzelnen Zellen bestehen, dauern häufig nur ein paar Minuten. „Ein großes Frontgewitter aus vielen Zellen kann dagegen schon mal zwei Stunden wüten“, erklärt Pagenkopf.

Wie schnell ist ein Gewitter?

Wie schnell ein Gewitter wandert, hängt von vielen Faktoren ab, etwa der Zusammensetzung der Luftmassen oder der ländlichen Umgebung. „Manche Gewitter, die etwa über Tal­kesseln liegen, bewegen sich kaum. Andere ziehen schnell über das Land“, berichtet Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. Ein Gewitter kann bis zu 30 Stundenkilometern schnell sein!

Wie sagen Meteorologen Gewitter voraus?

Aus Daten der internationalen Wetterstationen (u.a. Temperatur, Luftdruck) berechnen die Experten mit mathematischen Formeln, wie sich das Wetter ändert. Die Vorhersage von Gewittern ist allerdings sehr schwer. Thorsten Pagenkopf: „Gewitter sind ein lokal begrenztes Phänomen. Gerade einzelne Gewitterzellen, die schnell wandern, kann man nicht genau vorhersagen.“

Christina Schmelzer

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