Stadt Hauzenberg

Ermittlungen wegen Veruntreuung eingestellt

Hauzenberg/Passau - Die Veruntreuung von mehr als zwei Millionen Euro bei der Stadt Hauzenberg bleibt ohne strafrechtliche Folgen: Der mutmaßliche Täter ist tot und die Kollegen haben nur fahrlässig gehandelt.

Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen der Veruntreuung von mehr als zwei Millionen Euro bei der niederbayerischen Stadt Hauzenberg eingestellt. Wie die Passauer Anklagebehörde am Dienstag mitteilte, hat der gestorbene ehemalige Kassenleiter der Stadt ohne Mittäter gehandelt. Der Mann soll 2,1 Millionen Euro veruntreut und größtenteils bei Kasinobesuchen in Tschechien verspielt haben.

Die Kollegen des Ende 2011 im Alter von 54 Jahren gestorbenen Stadt-Mitarbeiters hatten die Barabhebungen des Kassenchefs zwar abgezeichnet - strafbar haben sie sich nach den Ermittlungen aber nicht gemacht. Der Kassenleiter habe die zweiten Unterschriften entweder blanko eingeholt oder sie sich „überfallartig“ unter Vortäuschung von Eilfällen erschlichen, erklärte der Leitende Oberstaatsanwalt Helmut Walch. „Die Gegenzeichner waren sich wohl der Tragweite ihrer Handlung nicht bewusst, beziehungsweise waren nicht in der Lage, die Verwendungszwecke nachzuprüfen.“ Dem Kassenleiter sei vonseiten der Kollegen und Vorgesetzten wohl „blindes Vertrauen“ entgegengebracht worden.

Die Ermittler werteten die Versäumnisse der Kollegen beim Gegenzeichnen der Belege nur als fahrlässig. Für den strafrechtlichen Vorwurf der Untreue sei aber Vorsatz notwendig. Es könnte allerdings sein, dass die geprellte Stadtverwaltung gegen die Mitarbeiter zivilrechtlich vorgeht. Für solche Schadenersatzansprüche sei fahrlässiges Handeln ausreichend, sagte Walch. Ein Sprecher der Stadt erklärte dazu, dass eine Regensburger Anwaltskanzlei beauftragt worden sei, solche Haftungsansprüche zu prüfen.

dpa

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