Ernst Hannawald: Manche ­Wunden heilen nie

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Ernst Hannawald mit Ehefrau Maria.

München - Der 50. Geburtstag lässt niemanden kalt. Wie eine magische Zäsur trennt die Zahl das Leben in ein Davor und Danach.

Beim Blick zurück zieht man Bilanz. Viele stellen sich Fragen wie „Habe ich erreicht, was ich wollte? Bin ich glücklich? Und was liegt noch vor mir?“. Am 20. Oktober feiert Ernst ­Hannawald diesen einschneidenden Geburtstag. Wie aufwühlend so ein Tag sein kann, merkt man an seiner spontanen Reaktion: Als sich die tz bei ihm am Vortag meldet, reagiert er sehr emotional.

Fragen? Keine Antworten! Zu groß ist die Angst, dass alte Wunden wieder aufgerissen werden, die Vergangenheit soll endlich ruhen. Er hat genug von den Geschichten über seine schwere Kindheit, den Autounfall, bei dem drei Menschen ums Leben kamen, die desaströse Drogenzeit und die Banküberfälle, die ihn ins Gefängnis brachten. Zu oft war er damit in den Schlagzeilen, und sein Ruf als Schauspieler hat darunter gelitten. Dabei spielte er schon als ­junger Mann mit den Besten des Faches: Er ist gerade 17, als ihn der Regisseur Wolfgang Petersen für das Gesellschaftsdrama Die Konsequenz engagiert.

Harter Tobak für die damalige Zeit, denn Hannawald spielt darin einen Homosexuellen, der eine Beziehung mit einem Ex-Häftling (Jürgen ­Prochnow) eingeht. Zwei Jahre später folgt mit Stau eine internationale Produktion, der deutsche Jungschauspieler steht mit ­Marcello ­Mastroianni und Gérard Depardieu vor der Kamera. Der breiten Masse prägt sich der Mann mit den markanten Gesichtszügen vor allem durch Fernsehserien wie Zeit genug, Irgendwie und sowieso und Franz Xaver Bogners Zur Freiheit ein. Aber auf den beruflichen Erfolg folgt die persönliche Tragödie, die Karriere tritt völlig in den Hintergrund. Das ist jetzt vorbei. Mit Franz Xaver Bogner hat Hannawald gerade zwei Folgen für die TV-Serie Der Kaiser von Schexing abgedreht, ein Kinofilm mit dem Titel Das sardonische Lächeln ist ebenfalls schon im Kasten, und zudem erscheint im nächsten Jahr das zweite Buch des Autors Hannawald – nach der Autobiografie dieses Mal ein Roman.

Und auch privat steht wohl alles zum Besten. Seit rund 20 Jahren ist Hannawald mit seiner Frau ­Maria zusammen, die ihn durch die schwersten Zeiten seines Lebens begleitet hat und mit der er im März 2007 vor den Altar trat. Seinen Geburtstag feiert Hannawald übrigens mit seiner Familie (einer Tochter und Enkelin) in Holland.

AC

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