Konzert-Kritik

So war Eros Ramazzotti in der Olympiahalle

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Eros Ramazzotti in Aktion.

München - Da steht er nun, der immer noch italienische Lausbub mit seinem schwarzen T-Shirt, deutsche Farben vorne drauf, feuerrote Lettern hinten. „Munich“ steht da, auch symbolisch, denn München steht hinter Eros Ramazotti.

„Du bist einzigartig“, lässt Eros Ramazzotti bei der letzten Zugabe „Piu bella cosa“ den Saal wissen und geht als Triumphator von der Bühne ab. Über zwei Stunden lang hat er seinen Ausnahmestatus als italienischer Star mit Weltgeltung nachhaltig unterstrichen und sein Terrain markiert. Das muss man Eros Ramazzotti schon lassen: Der Mann macht keine halben Sachen, sondern große Oper.

Beim deutschen Tour-Auftakt in der ausverkauften Münchner Olympiahalle fährt er eine gigantische, raffiniert verschachtelte Bühnedekoration mit gefühlt 30 bis 40 Videoleinwänden auf, lässt sich von zwei exzellenten Sängerinnen unterstützen und leistet sich eine Weltklasse-Band. Man bekommt eine Ahnung davon, wie es Ramazzotti gelingen konnte, seit einem gutem Vierteljahrhundert der international mit Abstand erfolgreichste italienische Entertainer zu bleiben. Dass angesichts der hochprofessionellen Rahmenbedingungen die Songs nicht ganz mithalten können, muss man eben hinnehmen. Ramazzotti macht funktionalen Radiopop, der im besten Fall zum Mitsingen verführt, im schlechtesten nicht weiter stört. Sein Frühwerk wie etwa „Una terra promessa“ hat sich gut gehalten und kann musikalisch wie textlich immer noch bestehen. Bei den Liedern aus den letzten Jahren hingegen klingt vieles doch recht artverwandt, ja austauschbar.

Das fällt einem immer dann auf, wenn beispielsweise der grandiose Saxophonist Everette Harp ab und an zu furiosen Soli ansetzt und einem schmerzhaft bewusst wird, dass dieser hochveranlagte Musiker technisch im Grunde notorisch unterfordert wird. Ramazzotti kann es gleich sein: Die Fans sind restlos begeistert und erliegen immer noch dem jungenhaften Charme, den der bald 50-Jährige noch immer kultiviert. Bevor er im Herbst seinen runden Geburtstag begeht, wird Ramazzotti übrigens noch in Tschechien, Ungarn, Belgien, Spanien, Russland und Finnland die Hallen füllen, um nur einige Stationen zu nennen. Das macht ihm in seiner Heimat keiner nach. Ein Einzigartiger eben.

Zoran Gojic

Eros Ramazzotti rockt Münchens Olympiahalle - Bilder

Eros Ramazzotti rockt Münchens Olympiahalle - Bilder

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