Kleines Teil - große Wirkung

Zugunglück in Riem: So lange müssen sich Pendler noch ärgern! Ersatz-Fahrpläne veröffentlicht

Nach dem Zugunglück in München-Riem schreiten die Ermittlungen voran. Die Unfallursache ist nun wohl geklärt. Pendler müssen sich trotzdem noch eine Weile gedulden.

Update 15.22 Uhr: Nach und nach gibt die Bahn auch die Ersatzfahrpläne für die nächsten Tage bekannt. Den aktuell gültigen Ersatz-Fahrplan für Donnerstag, den 3. Mai, finden Sie hier.

Die Züge der Südostbayernbahn verkehren nun wieder im Stundentakt nach München. Teilweise beginnen und enden die Züge jedoch in München Ost. Zwei Zugpaare müssen weiterhin in Markt Schwaben enden bzw. starten. Es besteht jedoch Anschluss zu der S-Bahn.

Die gute Nachricht: Es fahren bereits mehr Züge zwischen Markt Schwaben und München Ost, als im ersten Plan für Donnerstag beschrieben. Es empfiehlt sich also ganz genau auf die Ansagen im Zug sowie die Ansagen und Anzeigen an den Bahnhöfen zu achten.

Den Ersatz-Fahrplan für Freitag, den 04. Mai, finden Sie unter diesem Link. Zu beachten ist aber weiterhin für alle Züge auf dieser Strecke, dass sie Verspätung haben können, weil sie im Abschnitt Markt Schwaben - München Ost nur mit verringerter Geschwindigkeit fahren können.

München - Kleine Ursache, große Wirkung! Nach Ermittlungen der Bundespolizei waren zwei übersehene „Hemmschuhe“ der Grund dafür, dass am Samstag in Riem ein Güterzug entgleist ist. Der Sachschaden ist beträchtlich - die Bahn rechnet mit vier Millionen Euro. Bei den Hemmschuhen handelt es sich um Sicherungskeile. Sie sollen dafür sorgen, dass der Zug im Umschlagbahnhof sicher steht. Vor Abfahrt müssen sie entfernt werden - das ist im Fall des entgleisten Zuges offenbar nicht passiert. 

Die Folge: „Beim Anfahren  des Güterzuges wurden die Sicherungskeile mitgeschleift“, wie die Bundespolizei meldet. Zum Unglück kam es dann, als sich einer der Hemmschuhe unter dem Zug in einer Weiche verkeilt. Dadurch wurden nicht nur mehrere Drehgestelle, sondern auch die Lokomotive aus der Spur gehoben. Wer konkret für den Unfall verantwortlich ist, muss die Bundespolizei noch ermitteln: Bei Bahnbetriebsunfällen kämen meist mehrere Komponenten zusammen, zudem seien die Betriebsvorschriften von Fall zu Fall unterschiedlich. Einen Anschlag oder einen technischen Defekt schließen die Ermittler derzeit aber fast sicher aus. 

Güterzug entgleist in Umschlagbahnhof Riem - Bilder vom Unfallort

Bilder von der Unfallstelle im Umschlagbahnhof München-Riem.
Bilder von der Unfallstelle im Umschlagbahnhof München-Riem. © Thomas Gaulke
Bilder von der Unfallstelle im Umschlagbahnhof München-Riem.
Bilder von der Unfallstelle im Umschlagbahnhof München-Riem. © Thomas Gaulke
Bilder von der Unfallstelle im Umschlagbahnhof München-Riem.
Bilder von der Unfallstelle im Umschlagbahnhof München-Riem. © Thomas Gaulke
Bilder von der Unfallstelle im Umschlagbahnhof München-Riem.
Bilder von der Unfallstelle im Umschlagbahnhof München-Riem. © Thomas Gaulke
Bilder von der Unfallstelle im Umschlagbahnhof München-Riem.
Bilder von der Unfallstelle im Umschlagbahnhof München-Riem. © Thomas Gaulke
Bilder von der Unfallstelle im Umschlagbahnhof München-Riem.
Bilder von der Unfallstelle im Umschlagbahnhof München-Riem. © Thomas Gaulke
Bilder von der Unfallstelle im Umschlagbahnhof München-Riem.
Bilder von der Unfallstelle im Umschlagbahnhof München-Riem. © Thomas Gaulke
Bilder von der Unfallstelle im Umschlagbahnhof München-Riem.
Bilder von der Unfallstelle im Umschlagbahnhof München-Riem. © Thomas Gaulke
Bilder von der Unfallstelle im Umschlagbahnhof München-Riem.
Bilder von der Unfallstelle im Umschlagbahnhof München-Riem. © Thomas Gaulke
Bilder von der Unfallstelle im Umschlagbahnhof München-Riem.
Bilder von der Unfallstelle im Umschlagbahnhof München-Riem. © Thomas Gaulke
Bilder von der Unfallstelle im Umschlagbahnhof München-Riem.
Bilder von der Unfallstelle im Umschlagbahnhof München-Riem. © Thomas Gaulke

Die Schadensbilanz: Die Gleise wurden stark beschädigt, Schienen, Schwellen, Weichen und das Schotterbett wurden zerstört, die Oberleitung wurde auf bis zu 80 Metern heruntergerissen und ein Mast am Fundament abgetrennt. Seit gestern ist immerhin eines von vier Gleisen wieder eingeschränkt nutzbar. Allerdings kann die Strecke frühestens am 10. Mai wieder komplett freigegeben werden.

Zugunglück in München-Riem: Darauf müssen Pendler achten

Die S-Bahnen der Linie S 2 verkehren vorerst zwischen Markt Schwaben/Erding und München Ost im 60-Minuten-Takt, der Halt in Feldkirchen kann nicht angefahren werden. Auch die Halte Berg am Laim und Leuchtenbergring können teilweise nicht bedient werde. Reisenden von und nach Leuchtenbergring und Berg am Laim empfiehlt die S-Bahn München, in diesem Fall ab München Ost die Linien S 4/S 6 zu nutzen. 

Dieses Teil war wohl die Ursache für das Unglück in Riem.

Zwischen Trudering und Markt Schwaben gibt es einen Schienenersatzverkehr mit dem Bus. Ab Donnerstag, 3. Mai 2018 besteht auch zwischen Heimstetten, Feldkirchen, Riem und Trudering ein Schienenersatzverkehr mit Bussen. Seit Mittwochmorgen fahren immerhin wieder Züge auf der betroffenen Strecke zwischen München-Riem und Markt Schwaben - allerdings nur auf einem Gleis, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Die ebenfalls betroffene Südostbayernbahn verkehrt zunächst nur einige Male am Tag.

Der Güterzug war in der Nacht zu Samstag nahe dem Umschlagbahnhof München-Riem von den Gleisen gesprungen. Es entstand ein massiver Schaden, vier Tage lang ging auf der Strecke im Münchner Osten gar nichts. Die Deutsche Bahn prognostizierte am Mittwoch, dass es eine weitere Woche dauere, bis wieder mehrere Gleise befahrbar sind.

Alle Informationen rund um den S-Bahnverkehr in München erhalten Sie in unserem News-Ticker.

M. Kniepkamp/dpa/fn

Rubriklistenbild: © Bundespolizei

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