Erst 2011 stiegen die Ticketpreise

Warum wird der MVV wieder teurer?

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Die Ticktes der MVV werden heuer wieder teurer.

München - Es ist mal wieder soweit: Im Dezember erhöht die MVV wieder ihre Preise. Dabei sind die Tickets erst im vergangenen Jahr um 2,3 Prozent teurer geworden.

Ab Mitte Dezember müssen die Münchner für U- und S-Bahn, Tram und Bus tiefer in die Tasche greifen. Der Münchner Verkehrs-und Tarifverbund (MVV) will zum Fahrplanwechsel seine Preise erhöhen. Es steht noch nicht fest, wie viel teurer die Tickets werden und welche betroffen sind. „Es ist noch nichts entschieden“, sagt eine Sprecherin. Eine Entscheidung soll erst bei der Gesellschafter-Versammlung am 21. September fallen.

Erst 2011 hatte der MVV die Preise im Schnitt um 2,3 Prozent erhöht. Warum aber steigen sie jetzt schon wieder? Personalkosten und Energiepreise seien gestiegen, so der MVV. Man müsse einen Teil dieser Steigerungen über den Fahrpreis wieder hereinholen. Doch rechtfertigt das die Teuerung?

Fakt ist: Die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr bekommen mehr Lohn. Ende Mai hatten die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Gewerkschaft Deutscher Lokführer ein Plus von 6,3 Prozent herausgeholt. Auch der Dieselpreis ist laut ADAC gestiegen. Hat im August 2011 ein Liter noch rund 1, 38 Euro gekostet, sind es im August 2012 rund 1,51. Der Strompreis ist ebenfalls in die Höhe geklettert. Im April 2011 zahlte ein Zwei-Personen-Haushalt bei einem Verbrauch von 2500 Kilowattstunden 606,48 Euro. Ein Jahr später sind es bereits 621,24 Euro.

„Wir halten die Erhöhung für nicht gerechtfertigt“, sagt Andreas Nagel von der Aktion Münchner Fahrgäste. „Zumal die im Fahrplan versprochenen Angebote nicht eingehalten werden.“

Die Tickets werden ­voraussichtlich ab 9. Dezember teurer. Doch damit nicht genug: Offenbar gibt es Überlegungen, die Preise zum Fahrplanwechsel im Dezember 2013 noch einmal zu erhöhen – und dies gleich auf der Versammlung mitzubeschließen! Auch das von MVG-Chef Herbert König vorgeschlagene City-Ticket soll diskutiert werden.

Nach Nürnberger Vorbild möchte König einen eigenen Tarif für die Münchner Kernstadt durchsetzen.

Eva Dobler

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