Sind das die Mörder von Ulf M.?

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Unter Raubmord-Verdacht stehen zwei junge Männer, die gefilmt wurden, während sie mit der EC-Karte des Opfers Geld bei zwei Sparkassen in Sachsen-Anhalt abhoben. Die Polizei (Tel. 0340/6000-23) hofft nun, dass sich Zeugen melden, die die Täter kennen oder sie gesehen haben.

München - Heiße Spur im Fall des getöteten Ex-Münchners Ulf M.: Bilder einer Überwachungskamera zeigen die mutmaßlichen Täter. Sie wurden in Sachsen-Anhalt gefilmt, als sie das Konto ihres Opfers plünderten.

Bei den Ermittlungen zum mutmaßlichen Raubmord an Ulf M. (39) sind die Ermittler einen entscheidenden Schritt vorangekommen: Es wurden nun Fotos veröffentlicht, die die mutmaßlichen Täter zeigen. Die Aufnahmen stammen von Überwachungskameras an zwei Geldautomaten in den Ortschaften Wittenberg und Coswig. „Es handelt sich um zwei Personen, die mit der EC-Karte des Opfers Geld abgehoben haben“, sagte Oberstaatsanwalt Christian Preissner. Zu sehen sind zwei junge Männer, vermutlich zwischen 20 und 30 Jahre alt. Sie stehen nun unter Verdacht, den 39-jährigen Ulf M., der zuletzt in München gewohnt hatte, misshandelt und getötet zu haben.

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Münchner auf dem Weg zur Mutter erschlagen

Wie berichtet, war M. auf dem Weg von München nach Trittau (Schleswig-Holstein) auf rätselhafte Weise verschwunden und später tot in seinem Wagen gefunden worden. Ulf M. hat die letzten Jahre in München gelebt. Kurz vor seinem Tod brach er seine Zelte in der bayerischen Landeshauptstadt ab: Er kündigte seine Wohnung und plante eine längere Asien-Reise.

Am 9. Januar wollte Ulf M. seine Möbel in sein Elternhaus nach Trittau bringen. Er mietete einen weißen Mercedes Sprinter und machte sich auf den 800 Kilometer langen Weg quer durch Deutschland. Zunächst ging alles gut – bis er sich nach 500 Kilometern entschied, die A9 zu verlassen, um an einer Tankstelle in Cobbelsdorf zu halten. Der kleine Ort liegt an der Grenze Sachsen-Anhalts zu Brandenburg. Um 21.25 Uhr rief er von dort seine Mutter an – wohl, um ihr zu sagen, er werde wie geplant an diesem Abend bei ihr ankommen. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen. Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass Ulf M. wenige Minuten nach dem Telefonat seinen Mördern begegnete. Vielleicht sprachen ihn die Männer noch an der Tankstelle an.

Als Ulf M. am Abend nicht wie verabredet bei seinen Eltern ankam, meldete ihn die besorgte Familie als vermisst. Möglicherweise war der 39-Jährige da schon tot, denn fest steht: Noch in der Nacht des 9. Januar, zwischen 23 und 0.30 Uhr, räumten die Täter das Konto des Opfers ab. Dabei wurden sie gefilmt – aus den Videos stammen die nun veröffentlichten Fahndungsfotos.

Das Schicksal von Ulf M. blieb noch einige Tage ungewiss. Am 15. Januar fand ein Spaziergänger den weißen Transporter in einem Waldstück an der B187, zwischen den Ortschaften Roßlau und Coswig. Im Innern des Wagens fand die Polizei die übel zugerichtete Leiche des 39-Jährigen. Er ist vor seinem Tod offenbar massiv misshandelt worden, Oberstaatsanwalt Preissner spricht von „stumpfer Gewalt gegen den ganzen Körper“. Jedoch sei keine der Verletzungen für sich genommen tödlich gewesen. Möglicherweise wurde Ulf M. schwer verletzt zurückgelassen und ist erfroren. Denkbar ist auch, dass sich durch die Schläge und Tritte gegen den Kopf ein tödliches Blutgerinnsel gebildet hat.

Die Polizei geht nach wie vor von einem Raubmord aus. Wahrscheinlich, so sagt Oberstaatsanwalt Preissner, war Ulf M. zur falschen Zeit am falschen Ort. Die Ermittlungen dauern an, die Polizei hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Ann-Kathrin Gerke

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