Streit mit Stadt um Gebühren

Erzieher-Streik: Vater will Geld zurück

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Thomas Brandlmeier und seine Frau Nona Tsagina wollen die Hort-Gebühren für ihren Sohn Richard zurück.

München - Thomas Brandlmeier ist wütend auf die Stadt: Er hat nach dem Erzieher-Streik die Hort-Gebühren für seinen Sohn immer noch nicht zurückerstattet bekommen. Jetzt greift er zu einer ungewöhnlichen Maßnahme.

Thomas Brandlmeier (65) fühlt sich von der Stadt an der Nase herumgeführt: Sein Sohn Richard (7) geht nach der Schule in einen städtischen Hort. Doch während des Erzieher-Streiks im Mai war die Einrichtung dicht. 

Das Versprechen des Stadtrats im Juli: Die Gebühren werden für alle Streiktage zurückerstattet. Doch Thomas Brandlmeier und seine Frau Nona Tsagina (41) haben ihr Geld nie zurück bekommen. 

Wie auch die anderen Eltern des Hortes, wie er sagt. Anfang September mahnt der Neuhauser deswegen die Rückzahlung an. Ende des Monats bekommt er die Antwort des Bildungsreferats: Es werde an einer „weitgehend automatisierten Lösung“ gearbeitet. 

Dann passiert wieder nichts. „Ich bin sauer: Ich habe nicht den Eindruck, dass wir das Geld zurückbekommen“, sagt Brandlmeier. Nun hat er kurzerhand die Monatsgebühr zurückgebucht. „Wir haben keine 121 Euro zu verschenken, ganz zu schweigen von dem wirtschaftlichen Schaden, den wir zusätzlich hatten.“ 

Die Brandlmeier-Tsaginas sind beide berufstätig. „Für mich war der Hort-Ausfall eine Katastrophe, weil ich freiberuflich arbeite“, sagt Brandlmeier. Wegen des geschlossenen Hortes kam Richard gleich nach der Schule nachhause und sein Papa musste Termine absagen. Bares Geld, das der Familie verloren gegangen ist.

Doch hinsichtlich der Rückbuchung der Gebühren durch die Familie war die Stadt dann wieder schnell: Die Neuhauser haben eine Mahnung bekommen über die 121 Euro plus Mahngebühr von 24 Euro. 

Thomas Brandlmeier: „Wir haben jetzt samt Mahngebühr gezahlt: Ich hatte keine Lust, dass der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht.“ Nun hofft er, dass die Stadt endlich ein Einsehen hat - und sich als „Dienstleister der Bürger und nicht als Geldeintreiber“ versteht. Er will seine Hortgeld zurück. Samt Mahngebühren. 

Das sagt die Stadt

Die Rückzahlung der Besuchsgebühren könne erst erfolgen, wenn eine Tarifeinigung erzielt wurde, teilt das Bildungsreferat auf tz-Anfrage mit. Das sei den betroffenen Eltern „mehrfach und umfassend kommuniziert“ worden. 

Die Erklärungsfrist der Gewerkschaftsmitglieder sei am 31. Oktober zu Ende gegangen. Jetzt könne die Zentrale Gebührenstelle mit der Rückzahlung beginnen. „Wir hoffen, die Besuchsgebühren bis Ende des Jahres bis auf Einzelfälle zurückgezahlt zu haben“, sagt Referats-Sprecherin Andrea Steiler. 

Für jedes Kind einzeln werden die Tage berechnet, die es nicht in die jeweilige Einrichtung gehen konnte. „Das dauert leider einfach“, sagt Gesine Beste von der Stadtkämmerei. Ob die Familie Brandlmeier-Tsagina ihre Mahngebühr zurückbekommt, ist noch unklar: „Wir müssen das erst rechtlich prüfen, ob das der Stadt gestattet ist“, so Beste.

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