Josef Schmid denkt nicht an Aufgabe

Es wird eine Zeit nach Ude geben

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Der CSU-OB-Kandidat Josef Schmid ist enttäuscht.

München - Es ist eines der größten Wahldebakel, das die CSU je in München erlebt hat.

Für den haushoch unterlegenen CSU-Kandidaten Josef Schmid gibt es aber keinen Grund, aufzuhören. Vielmehr will er die Gründe für die Niederlage genau analysieren. Im tz-Interview wagt er einen ersten Versuch.

Grüß Gott Herr Schmid. Sie waren heute im Parteivorstand. Wie war der Empfang?

Josef Schmid:Ich wurde mit Applaus empfangen. Es gab breitesten Respekt und Anerkennung für meine Arbeit, auch von unserem Vorsitzenden Erwin Huber.

Der Wähler hat Ihre Arbeit aber kaum gewürdigt. Woran lag das?

Wir müssen die Gründe ganz in Ruhe anschauen. Die ersten Einschätzungen aus den Großstädten verweisen deutlich auf Einflüsse von außen. Ich denke da etwa an das Nichtraucherschutzgesetz.

Das hat ja mit der Kommunalpolitik wirklich nichts zu tun.

Unsere Wahlkämpfer vor Ort wurden aber von den Bürgern an Wahlständen oder bei Veranstaltungen in Lokalen immer wieder darauf angesprochen. Da gibt es eine große Unzufriedenheit. Dass die Bayernpartei in den Stadtrat einzieht, kann nur man nur damit erklären. Die plakatierten ja explizit: Rauchen erlaubt!

Aber auch der FDP ist ein gutes Ergebnis gelungen.

Hier waren wohl nicht nur die Raucher schuld, da gibt es etwa die Hausärzte, die sehr unzufrieden mit der Gesundheitspolitik der Großen Koalition sind.

Ist es nicht gelungen, Ihre Stammwähler zu mobilisieren?

Wir hatten eine geringe Wahlbeteiligung, dreieinhalb Prozent wenigher als bei der letzten Wahl. Das hat uns geschadet.

Und was machte die SPD so viel besser?

Sie hat mit Ude einen Amtsinhaber mit einer großen Persönlichkeit, der seit 15 Jahren regiert. Ich habe erst vor 18 Monaten angefangen. Außerdem ist die SPD sehr tief verwurzelt. Ude war jetzt bei 30 Betriebsversammlungen.

Wie wollen Sie da künftig dagegen halten?

Wir müssen auch in für uns schwierige Stadtteile gehen und dort auf die Sorgen der Menschen hören. Wir wollen uns noch stärker als bisher als moderne Großstadtpartei präsentieren.

Hatten Sie denn keine überzeugenden Themen für den Wahlkampf?

Ude hat unsere Themen immer sofort zugemacht, sobald sie auftauchten. Er hat die Schuldentilgung in Angriff genommen und jetzt sogar den Bau weiterer Tunnels am Ring ins Programm aufgenommen. Auch die Sauberkeitskampagne war ja eigentlich unsere Idee.

Lagen Sie mit ihrem Thema Sicherheit daneben?

Das war schon immer das große Thema der CSU. Ich denke nicht, dass uns das geschadet hat. Es hat jedenfalls nicht, wie es immer wieder hieß, den Rechtsradikalen geholfen, wie das Wahlergebnis zeigt.

Hat Ihnen der Transrapid geschadet?

Ich kann nur feststellen, dass wir vor allem in den betroffenen Stimmbezirken wie Feldmoching, Hasenbergl und Moosach kräftig Stimmen verloren haben.Wie sehen Sie ihre Zukunft?Ich gehe jetzt erst mal in die Opposition. Es wird aber eine Zeit nach Ude geben.

Quelle: tz

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