EU-Geld auch für Überraschungseier

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Zuschüsse erhielt die Münchner Fleischfabrik Vinzenz Murr.

München - Rund 50 Milliarden Euro oder knapp die Hälfte des gesamten Jahreshaushalts schüttet die Europäische Gemeinschaft pro Jahr an Agrar-Subventionen über verschiedene Töpfe und teilweise als Exportbeihilfe aus.

Ein erheblicher Teil landet auch in Deutschland . Erst mal hat die Bundesrepublik nach massivem Druck aus Brüssel die Liste der Zuschussempfänger veröffentlicht. Und obwohl sich Bayern weiter standhaft weigert, Empfänger zu veröffentlichen und ein EU -Strafverfahren riskiert, sind seit gestern über die Homepage der Bundesanstalt für Landwirtschaft auch bayerische Empfänger abrufbar.

Generell fällt auf: Der kleine Landwirt scheint am wenigsten bekommen zu haben. Dagegen profitiert die Großindustrie und offenbar sogar die Lufthansa von unseren Steuergeldern, die in Brüssel gelandet sind. So kassierte eine Tochterfirma der Lufthansa im Vorjahr 106 000 Euro für das Servieren von deutschen Agrarprodukten auf Flügen über die EU -Grenzen.

Aber auch der hessische Süßwaren-Riese Ferrero (Überraschungseier, Ferrero Küsschen) kassierte im Vorjahr ungeniert 1,2 Milliarden Euro. Am meisten kassierte die Südzucker AG in Mannheim mit 34 Millionen Euro. Zweitgrößter Empfänger ist das Land Schleswig-Holstein mit 10,3 Millionen Euro, gefolgt vom Unternehmen Emsland-Stärke mit 8,1 Millionen Euro.

Wer auf der Homepage der Bundesanstalt (www.agrar-fischerei-zahlungen.de) nach Wohnorten sucht, findet trotz der Weigerung der Bayern Daten ins Netz zu stellen, zumindest einen Teil der Empfänger: Für München stehen zehn Namen auf der Homepage. So bezog im Vorjahr die Murr GmbH knapp 23 000 Euro Zuschuss. Der Fleischgroßhandel Bauer bekam 10 500 Euro und das Zvk-Zuchtvieh-Kontor 29 300 Euro.

In Rosenheim steht beispielsweise eine Firma Inntal-Frischdienst auf der Förderliste. Auch die Pidinger Molkerei (Berchtesgadener Land Milch) bzw. eine Vertriebsfirma des Unternehmens erhielt Geld aus den EU -Töpfen. In Landshut kassierte die Bayerische Milchindustrie knapp 80 000 Euro. In Kempten wurde beispielsweise der REWE-Großverbraucherservice mit 23 600 Euro bedacht. Die Futtertrockung Kempten erhielt hingegen gleich 152 000 Euro und eine Mopro-Konsulting 7261 Euro.

KHD

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