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Rolltreppenverbot für Kinderwagen: "Blödsinn"

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München - Kinderwagen sollen nicht mehr auf Rolltreppen fahren dürfen. Das sieht eine neue europäische Norm vor. Herbert König, Chef der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG): „Wir halten die Norm für ausgemachten Blödsinn."

"Schließlich haben wir in München nicht zuletzt deswegen über 760 Rolltreppen, damit man gerade mit Kinderwagen ohne Hilfe die U-Bahn erreicht“, so König. Bisher sei nicht geplant, Piktogramme anzubringen, die Kinderwagen ausschließen. Ohnehin ist noch unklar, ob die Norm verbindlich ist.

Laut der „EN 115“ sollen Rolltreppen, die ab dem 1. Januar zugelassen werden, keine Kinderwagen mehr transportieren dürfen. Damit sollen vor allem die Betreiber bei Unfallhaftungsfragen geschützt werden. Doch König sagt: „Mir ist bisher kein größerer Unfall mit einem Kinderwagen auf einer Rolltreppe in München bekannt.“ Selbst wenn es zu einem Unfall kommen sollte, gehe er davon aus, dass der Fußgänger mit Kinderwagen dafür selbst haften müsste, „genau wie bei jeder anderen Rolltreppe des öffentlichen Lebens“.

Insgesamt 761 Rolltreppen betreibt die MVG an ihren 94 U-Bahnhöfen. Doch diese „alten Treppen“ sind von der EU-Norm gar nicht betroffen, sondern erst die, die neu zugelassen werden. Laut MVG werden das nächstes Jahr rund 30 an Münchens U-Bahnhöfen sein. Er wolle erstmal abwarten, was der TÜV für Anforderungen an die neuen Rolltreppen habe, sagte König. Sollten tatsächlich in Zukunft Eltern mit Kinderwagen keine Rolltreppe mehr nutzen dürfen, gebe es immer noch die Aufzüge die an jedem U-Bahnhof vorhanden seien. Auch die Deutsche Bahn reagiert verhalten: „EU-Normen, die die Deutsche Bahn betreffen, werden selbstverständlich umgesetzt“, sagte eine Sprecherin nur. lot

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