Euro-Krise: Soll ich mir jetzt ein Eigenheim kaufen?

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Der Traum vom eigenen Häuschen wird in München immer teurer

München - Der Münchner Immobilienmarkt ist einfach nicht zu bremsen. Während der Euro-Krise gehen die Preise durch die Decke. Wer ein Eigenheim kaufen will, der muss gut rechnen.

Die Preise gehen durch die Decke. Der Münchner Immobilienmarkt – einfach nicht zu bremsen. Das zeigt eine neue Studie des Immobilienverbands Deutschland (IVD). Demnach ist bei Eigentumswohnungen in München der durchschnittliche Kaufpreis allein im vergangenen halben Jahr von 3100 auf 3400 Euro pro Quadratmeter (bei Altbestand) geklettert. Das ist eine Steigerung um 9,7 Prozent. Bei Neubauwohnungen waren es im selben Zeitraum immerhin sechs Prozent, von 4150 auf 4400 Euro. Vergleichen Sie das mal mit dem Zinssatz beim Sparkonto…

Man fragt sich schon: Sind die eigenen vier Wände nicht eigentlich doch die beste Kapitalanlage – gerade in Zeiten der Euro-Krise? Professor Stephan Kippes (48), Leiter der IVD-Marktforschung, sagt: „Noch immer steht die Immobilie als sichere Geldanlage im Fokus der Anleger.“ Das liegt vor allem am derzeit niedrigen Zinsniveau für denjenigen, der einen Kredit aufnehmen will. Gleichzeitig steigt aber der Wert der Immobilien. „Die Kaufpreise erreichen derzeit in München bei allen Wohnimmobilien historische Höchstwerte“, so Kippes.

Durchschnittlich werden für ein eigenes Haus 850.000 Euro fällig, günstiger gibt’s die Eigentumswohnung. 350.000 Euro für 100 Quadratmeter sind realistisch (kommt natürlich auf Lage und Ausstattung an, siehe Tabelle).

Klar ist so oder so: Wer ein Eigenheim kaufen will, der muss gut rechnen. Für die Finanzierung empfiehlt Klaus Radl, Leiter des Immobiliencenters Stadtmitte der Stadtsparkasse München, einen Eigenkapitalanteil von 20 Prozent. Will meinen: Wenn die Wohnung 350.000 Euro kostet, sollte der Käufer schon mindestens 70.000 Euro flüssig haben. Mal angenommen, er hat eine vierköpfige Familie: Dann sollte er 3500 Euro Netto-Einkommen haben – und zahlt 1100 Euro pro Monat ab.

Mit einem Bausparvertrag ist die Rate etwas höher, dafür ist die Wohnung schneller abbezahlt (zwischen 20 und 27 Jahren). Alles sehr langfristig, alles nicht billig. Aber: Die eigene Wohnung hat einen großen Vorteil. Nämlich: Man spart sich von Anfang an die Miete.

Jörg Bullinger

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