Für 100 Euro pro Nacht

Diese Ganoven logierten im teuren Hotel

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Dorel P. (links) und Florin C. auf der Anklagebank des Münchner Landgerichts. Eine Dolmetscherin (Mitte) muss den beiden Serien-Einbrechern alles auf Rumänisch übersetzen

München - 30 Einbrüche in Wohnungen, Kneipen und Geschäften: Eine zweiköpfige Bande finanzierte sich so ihr Luxus-Leben in einem Münchner Hotel. Die beiden Ganoven müssen lange hinter Gitter.

Sie lebten in einem gemütlichen Hotel unweit des Hauptbahnhofs für rund 100 Euro pro Nacht, inklusive Frühstücksbuffet, Sauna und Hamam. Die Rumänen Florin C. (22) und Dorel P. (23) waren ohne einen Euro angereist – den Luxus finanzierten sie sich anders: Nacht für Nacht zogen sie los, um bei Einbrüchen Beute zu machen. Wegen 30 Taten wurden sie jetzt verurteilt.

In ihrer Heimat sind die Burschen gescheiterte Existenzen. Florin C. erzählt, er sei in einem Waisenhaus aufgewachsen und habe sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten. Sein Freund Dorel gibt zu Protokoll, er sei mit 16 von seinen Eltern abgehauen und habe sich in Zypern und Griechenland mit Schwarzarbeit durchgeschlagen. Beide hatten ein Ziel: München – wo angeblich das viele Geld zu Hause ist.

Mit Arbeit ging nichts ohne Sprachkenntnisse. Als sich die beiden im Oktober 2011 kennenlernten, war ihnen klar, wie man leicht an Geld kommt – man stiehlt es!

Vom 28. Oktober 2011 bis zu ihrer Festnahme am 28. Februar 2012 registrierte die Polizei über 60 Aufbrüche in Wohnungen, Gaststätten, Büros und Geschäften. 30 dieser Fälle konnten die Ermittler anhand von Fingerabdrücken und DNA-Spuren dem Duo zuordnen. In vielen Fällen gaben sich die Einbrecher mit Kleingeld zufrieden, wie zuletzt bei einem Einbruch in einen Lebensmittelladen in Sendling.

Nachdem Opfer von ihrem durch den Einbruch erlittenen Schock berichten, legen beide ein Geständnis ab. Das Urteil: 5 Jahre für Dorel P. Florin C. kriegt drei Monate weniger. Richter Anton Winkler: „Nutzen Sie die Zeit in der Haft, um einen Beruf zu erlernen.“

E. Unfried

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