Kultfabrik: Europas größte Partymeile vor dem Aus

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Jedes Wochenende feiern tausende Partygänger in der Kultfabrik und den Optimolwerken.

München - Kultfabrik und Optimolwerke ziehen jedes Wochenende tausende Nachtschwärmer an. Doch schon bald könnte Europas größtes Partygelände vor dem Aus stehen. Die Gründe: 

Nach heutigem Stand immer noch möglich. Denn nur sieben Wochen vor Ende der Betriebserlaubnis von Kultfabrik und Optimolwerk, hat die Stadt die längst avisierte Genehmigung für die Verlängerung noch immer nicht erteilt.

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Im Frühjahr sickerte zwar durch, dass die Stadt der weiteren Nutzung als Party-Areal für fünf weitere Jahre zustimmen würde, der entsprechende Verwaltungsakt sei nur eine Frage der Zeit und der Vertrag bis Pfingsten vorzulegen. Ein halbes Jahr später warten die Vermieter von Kultfabrik und Optimol noch immer auf das schriftliche Okay. Und mit ihnen weiter ein paar Dutzend Club-Betreiber, Bar-Besitzer und Künstler, die hinter dem Ostbahnhof ihr Atelier haben. Denn deren Mietvertrag ist an die Genehmigung gekoppelt und läuft ebenfalls am 31. Dezember aus. „Es ist richtig, es gibt noch keinen unterschriebenen Vertrag“, lässt Kultfabrik-Chef Werner Eckert über seine Sprecherin ausrichten, „aber das liegt wohl daran, dass sehr viele Parteien beteiligt sind. Aber eigentlich sind alle einig und es geht um weitere fünf Jahre.“ Zu den Beteiligten gehören neben der zuständigen Polizeiinspektion auch die Branddirektion, der Nachbar IVG mit der neuen spektakulären Medienbrücke, die Bezirksinspektion und der Bezirksausschuss. Gerade letzterer hatte sich in der Vergangenheit vehement gegen die Fortführung der Amüsierbetriebe ausgesprochen: zu viel Dreck, zu viel Lärm, zu viel Straftaten. Weshalb den Betreibern Zugeständnisse abgerungen werden sollen für eine Verlängerung bis 2015. Ab 1. Januar 2011 keine Flatrate-Partys mehr, keine Ü16-Feten für Minderjährige, keine After-hour-Veranstaltungen nach 6 Uhr morgens. Dafür sollen Kultfabrik und Optimol ihr Reinigungskonzept ausweiten, einen gemeinsamen Sicherheitsdienst beschäftigen und vor allem die beiden Gelände zueinander öffnen.

Bislang war der Durchgang mit Containern auf der Kultfabrik – Seite verstellt. Für eine Zusammenlegung der zwei Areale, womöglich unter dem mittlerweile historischen Namen „Kunstpark Ost“, mit dem Wolfgang Nöth Mitte der 90er Jahre das Gebiet hinter dem Ostbahnhof erschloss, sieht Scheffel aber wenig Chancen: „Aus Marketing-Gesichtspunkten wäre das sicher wünschenswert, aber das wird wohl nicht realisierbar sein.“ Zuversichtlich ist er dagegen, dass es an Silvester nicht endgültig vorbei ist mit der größten Party-Meile des Kontinents. „Wenn bis dahin kein Vertrag vorliegt, müssen wir eben auf eine vorübergehende Duldung hoffen.“ Der Sprecher des Planungsreferats, Thorsten Vogel, erklärt, dass es zwar eine „grundsätzliche Bereitschaft“ für die Genehmigung bis Ende 2015 gäbe, „die Vereinbarungen müssen aber noch in einen Vertrag gegossen werden, und da laufen die Verhandlungen über Detailfragen noch.“ Sollte das nicht bis Jahresende möglich sein, „müssten wir über eine Zwischenlösung nachdenken, ich gehe deshalb nicht davon aus, dass die Lichter dort am 31.Dezember 2010 ausgehen. “ Sicher ist das aber nicht.

partygaenger mit Thomas Oßwald

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