Evaluierungskommission beim Wohlfühl-Trip in GAP

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Die Mitglieder der Evaluierungskommission des Internationalen Olympische Komitees und der Bewerbungsgesellschaft für die Olympischen Winterspiele 2018 stehen am Mittwoch (02.03.2011) in Garmisch-Partenkirchen (Oberbayern) im Zielbereich der Olympiasprungschanze und des Gudiberg zu einem Gruppenbild zusammen.

Garmisch-Partenkirchen - Sie haben ihren Spaß, man sieht das. Die Mitglieder der Olympia-Evaluierungskommission (Eva): Mittwoch Nachmittag stellten sie sich am Gudiberg in Garmisch-Partenkirchen zum offiziellen Fototermin auf.

Die gute Laune dabei war keine Schauspielerei. Kommissions-Chefin Gunilla Lindberg witzelte mit Christian Neureuther – was wiederum dessen Frau Rosi Mittermaier zu der Gaudi-Bemerkung veranlasste: „Christian, du heiratest jetzt aber nicht nach Schweden…“ Nein, Rosi, das tut er natürlich nicht…

Die Atmosphäre: extrem locker. Fakt ist: Ganz, ganz selten kommt man an die Olympia-Detektive so nah ran, wie das gestern Nachmittag der Fall war. Sie ließen es geschehen – vielleicht auch deswegen, weil sie sich hier in Bayern so wohl fühlen.

Da passt es auch gut ins Bild, dass Lindberg gestern Mittag den Speiseplan ändern ließ. Als Hauptgang nicht das eigentlich vorgesehene Kalbsgulasch, sondern bewusst eine bayerische Spezialität: Weißwürste.

Das brachte den Garmischer Bürgermeister Thomas Schmid in sprachliche Probleme: „Ich wollte unseren Gästen erklären, welche Möglichkeiten es gibt, Weißwürste zu essen. Aber übersetzen Sie mal das Wort ‚Zuzeln‘ ins Englische. Ich hab’s dann einfach vorgeführt.“ Und die Mitglieder der Kommission haben’s mit Freuden nachgemacht…

Überhaupt, dieser Tag in den Bergen: erfreulich für alle Beteiligten. Auf dem Programm standen Präsentationen vor Ort, unter anderem an der Kandahar, der alpinen Speed-Strecke. Schmid: „Wir sind mit der Seilbahn hochgefahren, kamen aus dem Nebel ins Sonnenlicht. Es war wunderbar. Ich hatte das Gefühl, die Kommissionsmitglieder wollten gar nicht mehr runterfahren.“ Obwohl sich mittlerweile auch unten der Nebel verzogen hatte.

Apropos verzogen: Von großem Protest konnte auch gestern nicht die Rede sein. Am Gestüt Schwaiganger (Biathlon und Langlauf) gab es in der Früh beim Eintreffen der Kommission eine kleine Anti-Olympia-Demo (rund 25 Teilnehmer) – aber dafür auch eine Pro-Olympia-Demo (über 100 Teilnehmer). Und: Das angedachte Pro-Olympia-Bürgerbegehren wird aller Voraussicht nach in die Tat umgesetzt, mit WM-OK-Boss Peter Fischer als wichtigem Beteiligten.

Insgesamt, so stellt man fest, ist die Stimmung sehr olympia-freundlich. Der Kommissions-Bus fährt durch die Straßen, die Passanten winken, die Insassen winken zurück – und alle lächeln.

Auch was die Arbeit betrifft, läuft’s gut. Die Nachfragen der Kommission sind nicht blutleer-technisch – da geht’s tatsächlich darum: Wie würdet ihr das ganz konkret machen, wenn ihr die Spiele bekämt? Wie lang würde welche Wasserleitung sein und welcher Baum müsste gefällt werden?

Die Antworten der Bewerbungsvertreter müssen bisher recht gut gewesen sein – jedenfalls soll man aus den Reihen der Kommission am ersten Abend ein „Well done“ vernommen haben.

Also: „Gut gemacht!“

Was aber nicht heißt, dass die Wurscht schon fertig gezuzelt wäre… Gerade heute steht aus Sicht der Bewerbung ein besonders anstrengender Tag auf dem Programm. In den Präsentationen und Fragerunden geht es unter anderem um die staatlichen Garantieverträge – ein Thema, für das volle Konzentration Pflicht ist.

Uli Heichele

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Bach dankt dem „Wegbegleiter“

Nun hat der Gutti-Rücktritt auch den Sport erreicht – und Thomas Bach macht erst einmal einen Schritt nach vorn: Der DOSB-Präsident hat Guttenberg-Nachfolger Thomas de Maizière als „kon­struktiven Wegbegleiter“ gewürdigt und sich beim auch für den Sport zuständigen Ex-Innenminister für die jahrelange Zusammenarbeit bedankt. „Der Sport hat mit Herrn de Maizière einen hervorragenden Partner gehabt. Er war ein konstruktiver Wegbegleiter und hat mit dem DOSB zusammen viele Sachthemen nach vorne gebracht“, erklärte der Boss des Deutschen Olympischen Sportbundes in Garmisch. In seinem neuen Amt als Verteidigungsminister werde de Maizière dem Sport erhalten bleiben, so Bach. Der Minister würde „über die Sportfördergruppe der Bundeswehr ebenfalls großen Anteil am Erfolg deutscher Athleten haben“.

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