Er will 100.000 Euro Schadensersatz

Ex-Torwart Lehmann verklagt Münchner Luxus-Makler

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Jens Lehmann will 100.000 Euro Schadensersatz von Engel & Völkers erstreiten.

München - Über seinen Anwalt Jürgen Contzen verklagt Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann die Münchner Luxus-Makler Engel & Völkers. Von ihnen fordert der Ex-Torwart einen üppigen Schadensersatz.

Im Tor war er einer der Besten: 61 Spiele machte Jens Lehmann (45) für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft, insgesamt 786 Mal lief er für fünf verschiedene Top-Vereine auf. Klar, dass Lehmann als Spitzen-Fußballer auch zum interessanten Werbeträger wurde. Zusätzlich zu seinem Gehalt verdiente er so weitere Millionen.

Neben großen Leistungen wurde Lehmann aber auch durch seine Ausraster bekannt. Was ihm gar nicht in den Kram passte: Mitspieler, die sich nicht anstrengten. Oder hinter seinem Rücken redeten und nicht ehrlich waren.

Anwalt Jürgen Contzen vertritt den Ex-National-Torwart vor Gericht.

In einem Prozess am Landgericht fügt sich nun beides zusammen. Über seinen Anwalt Jürgen Contzen hat der Ex-National-Torwart die Münchner Luxus-Makler Engel & Völkers (mit Sitz in der Sonnenstraße) verklagt. Von ihnen fordert der Ex-Torwart einen üppigen Schadensersatz. Grund: Auf ihrer Internetseite sollen die weltweit führenden Immobilien-Profis ein Bild von Lehmann veröffentlicht haben – allerdings ohne dessen Wissen oder Zustimmung. Bislang unklar ist, ob Lehmann zum Kundenkreis der Luxus-Makler gehörte oder ob das Bild anderweitig zu Werbezwecken verwendet wurde. Für Jens Lehmann spielte das ohnehin keine Rolle: Er fühlte sich in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt – und reichte sofort Klage gegen das Unternehmen ein. „Der vorläufige Streitwert beträgt 100.000 Euro“, sagt Sabine Ruhwinkel, Sprecherin des Landgerichts.

Zum Gerichtstermin gestern Morgen am Lenbachplatz erschien der Ex-National-Tortwart allerdings nicht. Er war am Dienstagmorgen bereits mit seiner Familie in den Urlaub geflogen, obwohl er für den Prozess persönlich geladen war. „Man muss im Leben eben Prioritäten setzen“, sagte Richter Stephan Mittelsten Scheid achselzuckend.

Er wollte Lehmann für dessen unentschuldigtes Fehlen eigentlich 500 Euro Ordnungsgeld aufbrummen. Weil sich beide Parteien aber außergerichtlich einigen wollen, tritt die Strafe erst inkraft, wenn Lehmann am 16. November wieder nicht kommt. Zu diesem Termin soll das Ergebnis stehen: Wahrscheinlich wird Engel & Völkers einen Geldbetrag an Lehmann zahlen müssen, wenn sein Foto tatsächlich auf der Homepage war. Auf Nachfrage wollte sich das Unternehmen nicht äußern. Das entsprechende Bild ist mittlerweile gelöscht.

Prozess auch in Starnberg

Die Schadensersatz-Klage am Landgericht: Es ist nicht der einzige Prozess, in den Jens Lehmann verwickelt ist. Vor dem Amtsgericht Starnberg muss sich der Ex-Torwart wegen Nötigung und versuchter Körperverletzung verantworten. Im Herbst 2014 soll er einen Autofahrer nahe Starnberg überholt und ausgebremst haben, weil er sich über dessen Fahrweise ärgerte. Später packte er den Mann mutmaßlich am Kragen. Lehmann kassierte einen Strafbefehl über 240 000 Euro, legte aber Einspruch ein. Der Prozess am 16. September platzte, weil er seinen Anwalt tauschte. Wann verhandelt wird, ist noch offen. Zum Termin muss Lehmann erscheinen.

Andreas Thieme

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