Ex-Nazi hilft jetzt Szene-Aussteigern

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Der frühere Nazi-Liedermacher Felix Benneckenstein hilft jetzt Aussteigern

München - Früher hat Felix „Flex“ Benneckenstein gegen Ausländer gehetzt und rechtsextreme Gewalt verherrlicht. Jetzt hilft der Ex-Nazi Aussteigern aus der rechten Szene - und gilt als Verräter.

Mit der Nazi-Szene hat Felix „Flex“ Benneckenstein gebrochen. Der braune Liedermacher von einst geht jetzt als Aussteiger an die Öffentlichkeit. Er hat die „Aussteigerhilfe Bayern“ gegründet, setzt sich für eine tolerante Gesellschaft ein.

Wahrscheinlich hätte er die Szene schon früher verlassen, sagt Benneckenstein, wenn ihm dabei jemand zur Seite gestanden wäre. Der Ausstieg fällt schwer, sagt er, vor allem dann, wenn man bei den Kameradschaften zum harten Kern gehört.

Er sagt: „Ich habe jetzt den Status eines Verräters.“ Und wie man in diesem verschworenen Haufen mit Verrätern umgeht, sei ihm hinreichend bekannt: „Da kann es schon passieren, dass man auf dem Heimweg vermummten Gestalten begegnet.“ Gewalt habe früher auch zu seinem Alltag gehört, erzählt er freimütig. „Insgesamt bin ich 18 Monate im Gefängnis gesessen.“

Der Verein, der von zahlreichen Organisationen unterstützt wird, möchte von Zweifeln geplagte Extremisten zum Ausstieg motivieren. „Die Gesellschaft steht mit offenen Armen da“, betont Fabian Wichmann vom Verein EXIT Deutschland .

Benneckenstein will seine Aktion als Signal verstanden wissen: „Das wirkt in der Szene.“ Davonschleichen aus der Szene sei nicht die richtige Lösung, „man muss schon damit brechen“.

E. Unfried

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