Rolle rücktwärts

Ex-RAF-Terroristin Viett sagt Stachus-Auftritt ab

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Inge Viett wird jetzt doch nicht bei der Demonstration am Stachus sprechen.

München - Die frühere RAF-Terroristin Inge Viett wird doch nicht bei der Demonstration gegen die Münchner Sicherheitskonferenz am Samstag sprechen.

Dies teilte das „Aktionsbündnis gegen die NATO-Konferenz“ am Freitag mit. „Wir haben uns gestern Abend mit der Antikapitalistischen Linken geeinigt, dass Inge Viett nicht auftritt“, sagte der Sprecher des Bündnisses, Claus Schreer, der Nachrichtenagentur dpa. Wer an ihrer Stelle für den „Antikapitalistischen Block“ sprechen wird, konnte er noch nicht sagen.

Die Personalie hatte beim Aktionsbündnis für heftige Diskussionen gesorgt. Viett habe sich nie vom bewaffneten Kampf losgesagt und repräsentiere damit eine andere politische Orientierung als die meisten Teilnehmer des Bündnisses, sagte Schreer. „Sie hätte bündnissprengend gewirkt.“ Die Ökologische Demokratische Partei Münchens sagte sogar ihre Teilnahme an der Demonstration ab.

Auch aus der Politik kam Kritik an der Einladung Vietts. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) verurteilte das Vorhaben scharf: „Ich halte es für einen Skandal, wenn unter dem Deckmantel des "Pazifismus" einer verurteilten Mörderin ein Forum zur Selbstdarstellung gegeben wird.“ Viett war 1992 wegen versuchten Mordes an einem französischen Polizisten zu 13 Jahren Haft verurteilt worden.

Begleitet wird die Demonstration am Samstag von einem Großaufgebot der Polizei. Deren Einsatzkräfte sind derzeit ohnehin im Dauereinsatz. Die Sicherheitskonferenz hat Münchens Innenstadt in eine Hochsicherheitszone verwandelt: Der Tagungsort, das Hotel Bayerischer Hof im Zentrum von München, ist seit Freitagmorgen bis Sonntagnachmittag vollständig abgeriegelt. Auch eine Straßenbahnlinie muss deshalb umgeleitet werden. Die insgesamt 3400 Polizisten stammen aus ganz Bayern sowie weiteren Bundesländern, unter anderem aus den Nachbarländern Baden-Württemberg und Hessen.

dpa

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