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Ex-SPD-Mann Post wechselt zur CSU München: „Die setzt sich für die Menschen ein, die die SPD vergessen hat“

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Von: Sascha Karowski

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Alt-OB Christian Ude gilt als wichtiger Unterstützer Florian Posts im Münchner Norden.
Alt-OB Christian Ude gilt als wichtiger Unterstützer Florian Posts im Münchner Norden. © Sigi Jantz

Prominenter Neuzugang der CSU München: Der ehemalige Bundestagsabgeordnete der Münchner SPD, Florian Post, wechselt zur Union.

München – Polit-Beben in München: Nach Informationen unserer Zeitung hat sich der ehemalige Bundestagsabgeordnete der Münchner SPD, Florian Post, der CSU angeschlossen. Der Kreisverband München Nord hat am Montagabend (28. November) dem Aufnahmeantrag des 41-Jährigen zugestimmt, der Ortsverband Moosach bereits am Freitag.

Post wechselt zur CSU München: „Die CSU setzt sich für Menschen ein, die die SPD vergessen hat“

Post war erst Ende August publikumswirksam aus der SPD ausgetreten und hatte dabei ziemlich ausgeteilt. „Die SPD ist für Menschen mit gewöhnlichen Alltagssorgen keine wählbare Partei mehr“, hatte Post in seinem Austrittsschreiben gewettert. „Der politische Niedergang gerade der Münchner SPD ist nicht mehr umkehrbar.“

Die CSU dagegen sei heute die München-Partei, die die SPD mal war, sagte Post im Nachgang der Kreisverbandssitzung gegenüber unserer Zeitung. „Die CSU setzt sich für die Menschen ein, die die SPD vergessen hat.“ Das seien die Menschen, die jeden Tag aufstehen würden, sich um ihre Kinder kümmerten und hart arbeiteten. „Sich aber auch freuen, wenn sie sich einen günstigen Flugurlaub leisten können. Diese Menschen haben keinen Sinn für Debatten um Gendersternchen oder eine Verteuerung von Parkausweisen und Dieselfahrverbote.“

Florian Post tritt bei der CSU München ein: Der 41-Jährige war in der SPD häufiger mal angeeckt

Der Diplom-Kaufmann Post war 2004 in die SPD eingetreten und saß für die Genossen zwischen von 2013 bis 2021 im Bundestag. Das lief nicht immer reibungslos. Post eckte an, klagte beispielsweise gegen die Bundesnotbremse oder hielt sich nicht an Absprachen zu Abstimmungen bei Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien. Die Quittung gab es 2021, als Post von der SPD nicht auf Platz eins der Liste Oberbayern gewählt wurde, was seinen Einzug in den Bundestag schier unmöglich machte. Post kandidierte daraufhin im Münchner Norden mit einer reinen Erststimmen-Kampagne. Das Mandat errang aber CSU-Mann Bernhard Loos (67).

Der Gedanke liegt nahe, dass Posts Manöver nun auch im Zusammenhang mit einer Kandidatur für die Bundestagswahl 2025 stehen könnte. Denn Loos ist parteiintern nicht unumstritten, mithin angreifbar. Und Post könnte angreifen, was er offiziell nicht bestätigt. Er sei zwar ein politischer Mensch, aber kein Berufspolitiker mehr, sondern Familienvater und Privatmann. „Ich habe nicht vor, das zu ändern. Außerdem stellt man keine Ansprüche, wenn man in einer Partei neu willkommen geheißen wird.“

SPD München: Bereits vor drei Jahren hatten die Genossen einen prominenten Politiker an die CSU verloren

Post im Übrigen ist binnen weniger Jahre schon der zweite Genosse, der die SPD in Richtung CSU verlässt. Im September 2019 wechselte der Stadtratsfraktionschef der Sozialdemokraten, Alexander Reissl, zur CSU-Fraktion, zunächst parteilos. Mittlerweile hat Reissl sich offiziell der CSU angeschlossen. Und zwar dem Ortsverband Moosach.

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