Es bliebt in der Familie

Andechser: Krätz muss gehen - Tochter macht's

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Stefanie Krätz.

München - Sepp Krätz, wegen Steuervergehen verurteilter Ex-Wiesn-Wirt, darf den Andechser am Dom nicht weiter betreiben. Das Lokal bleibt trotzdem in den Händen der Familie Krätz.

Sepp Krätz, ehemaliger Wirt auf der Wiesn, darf den Andechser am Dom nicht weiter betreiben. Das Lokal wird in Zukunft seine Tochter übernehmen.

Sepp Krätz muss gehen, seine Tochter übernimmt: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat bekanntgegeben, dass der Ex-Wiesn-Wirt das Andechser am Dom doch nicht weiterbetreiben darf – seine Klage gegen den Konzessionsentzug ist im Eilverfahren abgeschmettert worden. Die eigentliche Entscheidung über Krätz’ Zukunft steht allerdings noch aus.

Dennoch reagierte seine Familie prompt: Tochter Stefanie (24) übernimmt die Geschäftsführung im Andechser!

Sepp Krätz war im März wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 1,1 Millionen Euro zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der damalige Wiesn-Chef und jetzige OB Dieter Reiter schmiss Krätz daraufhin mitsamt Hippodrom vom Oktoberfest. Und das Kreisverwaltungsreferat entzog Krätz die Konzession fürs Andechser am Dom mit sofortiger Wirkung zum 1. Juni. Dagegen ging Krätz vor, er wollte bis zur endgültigen Entscheidung des Münchner Verwaltungsgerichts weitermachen.

Die Richter des übergeordneten Verwaltungsgerichtshofes haben ihm jetzt einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Es besteht die Gefahr, dass es bei einer Weiterführung erneut zu Unregelmäßigkeiten bei Wareneinkauf, -wirtschaft und -verkauf kommt“, erklärt Sprecherin Bettina Clos.

„Wir sind bereit, der Tochter die Konzession zu geben“, sagt KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle. Und so soll es auch sein: Nach Sepp Krätz’ Frau, die seit heuer das Hippodrom auf dem Frühlingsfest führt, wird Stefanie Krätz nun die zweite starke Frau.

Zumindest im gastronomischen Bereich hat die jüngere der beiden Töchter Erfahrung, wie sie der tz erzählt: „Ich habe in Wien Tourismus und Hotelfach studiert und in London eine Koch- und Patisserie-Ausbildung gemacht.“ Kritiker befürchten, dass der Vater im Hintergrund weiter die Fäden ziehen wird. Da will Blume-Beyerle vorbauen: Krätz müsse eine umfangreiche juristische Erklärung unterschreiben. Sollte er dennoch im Andechser auftauchen, gäbe es ein Betretungsverbot. Sollte er Einfluss auf seine Tochter ausüben, könnte auch sie die Konzession verlieren.

Krätz könnte aber weiter die Gewinne einstreichen. „Wir wollen nicht den Menschen ruinieren, sondern sicherstellen, dass er als Wirt keinen Schaden anrichtet“, erklärt der KVR-Chef.

Die endgültige Entscheidung fällt das Verwaltungsgericht erst in einigen Monaten.

Das Rätsel um die Wawi

Was passiert eigentlich mit der Waldwirtschaft? Seit über zwei Monaten steht die Entscheidung aus, ob Sepp Krätz die Konzession hierfür behalten darf. Laut einer Sprecherin des hierfür zuständigen Landratsamtes hat Krätz nach der VGH-Entscheidung jetzt drei Wochen Zeit für eine erneute Stellungnahme. Das Urteil werde auch in diese Entscheidung einfließen. Auffällig: Seit November ist Sepp Krätz’ Tochter Stefanie auch hier in der Geschäftsführung – vielleicht wird sie bald auch alleinige Wawi-Chefin …

N. Bautz/ D. Costanzo

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