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Exklusiv

Die Rückkehr der Leichen nach München

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Die Pokerrunde: „Das Trio wurde für den Bond-Film Casino Royal (2006, d. Red.) geschaffen, wo in Miami eine Szene in der Ausstellung spielt. Wir sind erst kurz vor knapp fertiggeworden. Der Film hat auf jeden Fall dazu beigetragen, dass die Akzeptanz in der Gesellschaft breiter wurde und diente der Legendenbildung.“

München - Wie die tz exklusiv erfuhr, kehren die Körperwelten nach zwölf Jahren zurück nach München. Wann es in der kleinen Olympiahalle losgeht, erfahren Sie hier.

Vor zwölf Jahren war die Ausstellung eine Sensation – und sorgte für Zündstoff. Die Politik verbot sogar die Körperwelten (siehe unten). Doch schließlich fanden sie doch statt. Für viele war und ist es jenseits der Schmerzgrenze: Wie und vor allem, dass der Anatom und Wissenschaftler Gunther von Hagens (68) seine plastinierten Leichen ausstellte. Jetzt berichtet die tz exklusiv: Körperwelten kommt 2014 wieder nach München – in die Kleine Olympiahalle! Die Genehmigung der Stadt ist zwar noch nicht gegeben, aber die scheint – gerade nach den Querelen von 2001 – diesmal sicher zu sein. Was erwartet die Zuschauer in den Körperwelten 2014? Der Schwerpunkt liegt nicht mehr auf den 20 Ganzkörper-Exponaten, von denen wir Ihnen hier vier zeigen, sondern auf insgesamt 200 Einzelpräparate, darunter etwa der Vergleich einer gesunden Lunge mit der eines Rauchers. In der tz spricht die Kuratorin und Lebensgefährtin des an Parkinson leidenden Gunther von Hagens’, die Ärztin Angelina Whalley (53).

Wirbel vor zwölf Jahren

Vor zwölf Jahren fegte ein Sturm der Begeisterung und Entrüstung durch die Stadt. Vom 22. Februar bis 17. August 2001 machten Gunther von Hagens Körperwelten Station in München. Vorausgegangen waren hitzige Diskussionen bis auf die Knochen.

Zunächst hatte die Stadt die Ausstellung verboten, die ursprünglich in der Reithalle stattfinden sollte. Körperwelten, so wurde argumentiert, verstoße gegen die Menschenwürde und torpedierten das bayerische Bestattungsgesetz. Das besagt, dass Leichen binnen 96 Stunden beerdigt werden müssten. Der Spiegel merkte damals süffisant an, dass die Überreste der heiligen Märtyrerin Munditia seit 1677 in St. Peter aufgebahrt lägen. Was die Politiker wohl ­allerdings nicht wüssten … Mit nur wenigen Gegenstimmen einiger Liberale und Grüner wurde Körperwelten vom Stadtrat verboten. Bis dahin hatten fast vier Millionen Menschen in Deutschland die Ausstellung gesehen.

Hagens’ Büro in Heidelberg klagte. Und das Gericht gab ihm recht: Nun gastierten die Leichen allerdings nicht mehr in der relativ überschaubaren Reithalle, sondern gleich in der Kleinen Olympiahalle – wo sich die Warteschlange täglich Hunderte von Metern durch den Park zog.

Münchens Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle, auch damals schon im Amt, sagt gestern zur tz: „Die Genehmigung ist noch nicht erteilt, aber wir machen keine Probleme. Wir haben rechtlich keine Möglichkeiten. Die Besucher wollen es sehen, die Rechtsprechung hat nichts dagegen. Dann bleibe ich halt mit meiner Meinung allein, dass die Schau ein Verstoß gegen die Menschenwürde ist.“ Gesehen hat Blume-Beyerle die Ausstellung nicht. M.B.

Infos zur Ausstellung: Zu sehen vom 10. April bis 30. Mai und wieder vom 13. Juni bis 7. Oktober 2014, Karten ab sofort unter Tel. 089/54 81 81 81.

Matthias Bieber

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