An den Festtagen liegt Schnee in der Luft

Experten: Die kältesten Weihnachtsferien seit Jahren

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An Weihnachten liegt Schnee in der Luft.

Da sage noch einer, es gäbe keine g’scheiten Winter mehr! Bei dem, was in den Weihnachtsferien auf uns zukommt, werden sich manche die Verhältnisse der vergangenen Jahre zurückwünschen, zumindest die Verfrorenen.

Die Meteorologen sind sich einig: Es wird klirrend kalt. „Ab Mitte nächster Woche gibt es Dauerfrost und gefühlte Temperaturen bis zu Minus 10 Grad – tagsüber“, sagt Karsten Brandt vom Wetterdienst donnerwetter.de . „Solch eine Kaltfront über diesen Zeitraum hatten wir seit den Neunzigern nicht mehr.“

Bis Dienstag können wir uns noch einmal aufwärmen, in München steigen die Temperaturen auf bis zu 5 Grad. Dabei können in der Stadt auch ein paar Schneeflocken fallen. Größere Schneemengen fallen aber nur im nördlichen und östlichen Bayern – voraussichtlich.

Die Frage aller Fragen nach der Weißen Weihnacht ist noch immer nicht endgültig geklärt. Den Niederschlag vorherzusagen ist kniffliger als Temperaturwerte – und heuer machen es die Wetterlagen den Meteorologen besonders schwer. Für die Münchner bedeutet das im Umkehrschluss: Es besteht noch Hoffnung. „Schnee ist nicht ausgeschlossen“, so Peter Hinteregger vom Wetterdienst meteomedia.

Kalt wird es in jedem Fall – pünktlich zum Fest strömt kalte, recht trockene Luft aus Osteuropa nach Deutschland. An Heiligabend erwartet donnerwetter.de eine Höchst-Temperatur (!) von Minus 2 Grad, am zweiten Weihnachtsfeiertag von Minus 5 Grad. Meteorologe Brandt: „Der Wind kann es noch ein paar Grad kälter erscheinen lassen.“ Also ganz dick einpacken zum Weihnachts-Spaziergang!

Der 15-Tage-Trend von meteomedia zeigt: Bis Silvester steigt das Quecksilber nicht mehr über die Null-Grad-Marke (die weiße Linie ist der Mittelwert aus allen möglichen Modellen). Andere Experten gehen sogar weiter und sagen bis Heilig Drei Könige klirrende Kälte voraus.

Wintersportler und Liftbetreiber haben dieses Jahr erstmals wieder Glück: Schon jetzt versinken Schweiz und Österreich auf der Alpensüdseite im Schnee. Ab Heiligabend gibt es überall über 600, 700 Meter Schneegarantie, auch auf Münchens Hausbergen. Der Schnee bleibt mit Sicherheit. Zum Tauen ist es zu kalt.

Nina Bautz

Jahresbilanz: Zu warm und zu trocken

Schon wieder steht ein Jahr aus diesem Jahrtausend in den Top Ten der wärmsten Jahre der Wettergeschichte. Noch ist es zwar nicht vorbei, aber der Deutsche Wetterdienst kann schon jetzt sagen: Das Jahr 2008 gehört zu den zehn wärmsten Jahren seit 1901. Die Durchschnittstemperatur liegt gut 1,5 Grad über dem langjährigen Mittel. In Bayern war es besonders trocken und sonnig.

Zwei Wochen vor Silvester liegt der Temperaturschnitt bei 9,8 Grad – knapp hinter dem Rekord von 9,9 Grad aus dem Jahr 2000. „Bis zum Jahresende wird der Schnitt voraussichtlich noch um ein paar Zehntel sinken“, so Meteorologe Gerhard Lux. „Am Ende wird 2008 wohl das viert-bis siebtwärmste Jahr gewesen sein.“ In München war es noch mit 10,6 Grad im Schnitt noch wärmer als im Rest der Republik. Der eher kühle Sommer und der verregnete September – man erinnere sich an die Bibber-Wiesn – haben einen absoluten Spitzenplatz verhindert.

Aufs ganze Jahr gesehen war es vor allem im Freistaat zu trocken: Im bundesdeutschen Durchschnitt fiel 93 Prozent des normalen Niederschlags – in Piding im Berchtesgadener Land waren es nur 64 Prozent! Auch die Sonne war uns wohlgesonnen: Der DWD registrierte vor allem in bayerischen Orten mehr Sonnenschein als üblich.

Zu warm, zu trocken, zu sonnig. Das Jahr der Superlative hatte war auch turbulent: Anfang März fegte Sturmtief Emma über Deutschland hinweg und entwurzelte in Bayern Bäume, deckte Dächer ab und legte Stromleitungen lahm. Am 23. Juni stürzten golfballgroße Hagelkörner in Harlaching und anderen Stadtteilen vom Himmel.

Den Hitzerekord hält heuer das rheinland-pfälzische Bendorf: Am 2. Juli zeigte das Thermometer hier 36,4 Grad! Der Kälterekord: Minus 22,6 Grad am 2. Januar in Reit im Winkl.

Quelle: tz

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