Experten: Jetzt impfen lassen

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Ein Piks, der Leben retten kann: Auch junge Menschen sollten sich gegen Influenza impfen lassen, raten die Mediziner.

München - Die Grippe-Saison rückt näher: Zumindest halb München ist erkältet, schnieft und schnupft. In den nächsten Tagen könnten sogar erste Schneeflocken fallen. Grund genug für die Ärzte, die Impfzeit einzuläuten.

Und so empfiehlt die Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen München, sich gegen Grippe impfen zu lassen.

Hintergrund: Im vergangenen Winter starben in Deutschland 253 Menschen in Zusammenhang mit Influenza. Hinzu kommt: Die Experten haben keine Erkenntnisse, ob heuer nur eine normale Grippewelle oder eine Epidemie auf München zukommt. „Wir wissen es nicht. Das macht uns selbst nervös“, sagt Präsident Dr. Nikolaus Frühauf. Etwa alle sieben Jahre kommt es in Deutschland zu einer größeren Grippewelle, zuletzt 2003. „Wir müssen gewappnet sein“, warnt Frühwein. Er legt die Impfung vor allem chronisch Kranken, über 60-Jährigen, Reisenden und allen, die im Gesundheitswesen arbeiten, ans Herz. Neu ist die Erkenntnis, dass Schwangere besonders betroffen sind.

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Was Frühwein nachdenklich stimmt, ist die Tatsache, dass die Impfraten rückläufig sind. Das begründet der Arzt mit der „Kommunikationskatastrophe“ während der Schweinegrippe. Im vorigen Jahr hatte die Schweinegrippe die saisonale Grippe fast komplett verdrängt. Davon waren die 35- bis 50-Jährigen besonders betroffen, bei denen die Sterblichkeitsrate doppelt so hoch war wie in anderen Altersschichten. Ob sich heuer wieder das Virus H1N1 durchsetzt, ist noch unklar.

Mit Dr. Gabriel Schmidt von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern und dem Virologen Professor Dr. Lutz Gürtler will Frühwein nun Vorurteile ausräumen: Grippe sei eben nicht auf die leichte Schuler zu nehmen, sondern eine schwere, teils lebensbedrohliche Erkrankung. Und er betont, dass von der Impfung keine Gefahr ausgeht. „Sie ist gut verträglich.“ Der Schweinegrippestamm ist in den neuen Impfstoff eingebaut. Es handelt sich aber nicht um den Pandemie-Impfstoff vom vergangenen Jahr. Übrigens: Die Kassen übernehmen die Kosten. Auch die zehn Euro Praxisgebühr müssen Impf-Patienten nicht bezahlen.

Elisa von Grafenstein

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