Explosion in der Türkenstraße

Nur durch Zufall entging er dem Tod

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Ein Bild des Schreckens: Der Juwelierladen ist völlig verwüstet. Hans Starr steht vor den Ruinen seiner Existenz.

München - Nach der Explosion in dem Schmuckgeschäft in der Türkenstraße steht der Inhaber vor dem Ruin. Dabei hatte der Mann noch Glück, weil er im Moment der Explosion nicht im Raum war.

Das Gesicht von Hans Starr ist aschfahl, seine Hände zittern. Mit Tränen in den Augen steht der Goldschmied vor seinem geliebten Schmuckgeschäft in der Türkenstraße 63, doch er darf nicht mehr hinein – es droht Einsturzgefahr!

Einen Tag nach der Gasexplosion in seinem Laden steht Hans Starr vor den Trümmern seiner Existenz. „Ich habe überlebt“, sagt er, „aber ich bin ruiniert.“ Und was genau die Ursache für die Explosion war, ist noch nicht klar…

Klar sind dagegen die Folgen: komplette Verwüstung im Laden! Da, wo der Goldschmied jahrzehntelang edle Ringe und Ketten in Glasvitrinen ausgestellt hat, liegen jetzt Scherben und Schutt. Das Schaufenster: mit Holzbrettern vernagelt. Die Explosion hatte eine solche Wucht, dass die Betonmauer zwischen Küche und Lagerraum einbrach. Und von oben drückt ein schwerer Flügel auf die marode Zimmerdecke…

Hans Starr hätte tot sein können – nur durch Zufall war er nicht im Laden, als die Explosion das Haus erschütterte: „Ich wollte mittags gegen 13 Uhr kurz mein Auto umparken, es stand direkt vor der Ladentüre. Ich bin eingestiegen, da gab es einen riesigen Knall und über mein Auto ist eine dicke Staubwolke geflogen.“

Goldschmiede nach der Explosion: Ein heilloses Durcheinander

Goldschmiede nach der Explosion: Ein heilloses Durcheinander

Geschockt sitzt Starr in seinem Mercedes, als es die elf Kilogramm schwere Propangasflasche in der Küche zerreißt. Die Druckwelle spürt er bis draußen. Starr: „Ich war noch ganz benommen, aber ich musste doch in meinen Laden. Also bin ich ausgestiegen und wollte die Tür aufschließen. Aber sie klemmte, innen sah ich Flammen.“ Starr steht unter Schock. Was folgt, läuft für ihn wie im Film ab: Nachbarn löschen das Feuer und versorgen Verletzte auf der Straße – es sind neun, zwei von ihnen hat die Druckwelle vom Radl gerissen. Die Feuerwehr rückt an, mehrere Stunden dauert die Evakuierung der Nachbarn. Der Notarzt bringt Starr vorübergehend in die Klinik – Verdacht auf Schlaganfall.

Einen Tag später sagt Starr: „Mir geht es wieder einigermaßen. Aber wir werden monatelang nicht öffnen können. Mein Laden ist dahin.“ Der Schaden beläuft sich wohl auf mehrere hunderttausend Euro. Statt Kunden kamen am Mittwoch Statiker der Lokalbaukommission – Ermittler der Kriminalpolizei suchen nach der Unfallursache. „Wir wissen nicht, ob es an der Gasflasche lag oder an einem defekten Anschluss“, hieß es. Die Feuerwehr hat zwei Propangasflaschen beschlagnahmt.

Explosion in der Türkenstraße

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A. Thieme

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