Der kleine Mann ist der Dumme

EZB plündert die Sparer: So reagieren die Münchner

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Kann so nicht weitergehen! "Ich spare für ein neues Auto und einen Urlaub. Aber ich bekomme für mein Geld nur ein Prozent Zinsen auf der Bank. Vor zehn Jahren war noch das Dreifache drin. Zudem muss ich noch einen Kredit abbezahlen und mache also ein großes Verlustgeschäft auf der Bank. Ich habe echt Angst, dass das langsam in Richtung Deflation geht. Das kann so nicht weiter gehen." Fritz Fischaleck (76), Rentner aus Bad Endorf
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Weniger fürs Alter! "Das ist nicht in Ordnung! Ich bekomme schon jetzt nur 0,2 Prozent auf mein Festgeldkonto. Ich spare für meine Altersversorgung, ich bekomme wohl nur um die 900 Euro Rente. Aber wenn das so weitergeht, weiß ich nicht, ob ich mir München noch leisten kann. Wir hier arbeiten ohne Ende und der Grieche viel weniger – das ist unfair. Dorinna Schuster (53), Service-Mitarbeiterin aus Bogenhausen
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Banken profitieren! "Das geht gar nicht! Die Banken profitieren und der kleine Mann badet es aus. Die müssen uns auch was abgeben! Ich habe mittlerweile vier Sparkonten auf drei Banken, nur um günstige Zinsen zu bekommen. Aber wenn das so weitergeht, brauche ich gar nicht mehr zur Bank. Irgendwann lässt jeder sein Geld zu Hause..." M aria Pfaff (32, Hotelfachfrau in Elternzeit) mit Jonas (9 Monate) aus Vaterstetten
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Hat auch etwas Gutes! "Das ist traurig für die Rentner und ihr Erspartes – aber das darf nicht das Kriterium für europäische Wirtschaftspolitik sein. Von einem starken Europa profitiert letztendlich auch die Jugend. Es gibt ja auch andere Anlagemöglichkeiten wie Aktien und Fonds. Außerdem gibt es auch eine gute Seite: Darlehen, zum Beispiel für Eigenheime, sind so günstig wie nie." Safet Kopov (42), Wirtschaftsprüfer aus Schongau
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Ich bleib bei meinem Sparkonto! "Ich habe die deutsche und die französische Staatsbürgerschaft, bin also eigentlich für Europa. Aber jedes Land sollte auch auf sich selbst gucken. Ich versuche, 100 Euro pro Monat für ein Auto aufs Sparkonto zu legen. Dabei bleibe ich auch. Ich weiß nicht, was ich tun soll, wenn die Zinsen noch weniger werden – ich kenne mich mit den Anlagemöglichkeiten nicht aus." Anna Dürr (19), Studentin aus der Maxvorstadt

Die Europäische Zentralbank senkt den Leitzins auf ein neues Rekordtief von 0,15 Prozent. Die tz hat die Münchner befragt: Was halten Sie davon – und was machen Sie jetzt?

Griechenland, Portugal, Zypern – zwei von drei Münchnern haben ihr Sparverhalten im Zuge der Finanzkrise geändert. Das hat eine Umfrage der Targo­bank im vergangenen Sommer in den 20 bevölkerungsreichsten Städten ergeben.

Fast jeder zweite Münchner ist demnach vorsichtiger geworden und bunkert sein Geld ausschließlich in sicheren Anlagen wie Sparbüchern, Tages- und Festgeldkonten. Knapp 8 Prozent vertrauen dem Bankensystem sogar gar nicht mehr und horten Bargeld zu Hause – etwa 9 Prozent investieren mehr Geld als früher in Wertpapiere. Jeder Zweite ist der Meinung, dass die Kleinsparer „schon jetzt für die Euro-Rettung zahlen, denn die mickrigen Sparzinsen werden von der Inflation aufgefressen“.

Und dann am Donnerstag auch noch diese Nachricht: Die Europäische Zentralbank senkt den Leitzins auf ein neues Rekordtief von 0,15 Prozent. Die tz hat die Münchner befragt: Was halten Sie davon – und was machen Sie jetzt?

Nina Bautz

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