Facebook-Flashmob in U-Bahn: Chaos und Polizeieinsatz

München - Ein Flashmob in der U-Bahn hat am Samstagabend einen Polizeieinsatz ausgelöst. Rund 250 junge Menschen waren unterwegs. Immer hin und her zwischen Odeonsplatz und Sendlinger Tor. Es kam zu wüsten Ausschreitungen.

Der Flashmob hat am Samstagabend von 21 bis 23 Uhr zeitweise den U-Bahnbetrieb zwischen Odeonsplatz, Marienplatz und Sendlinger Tor beeinträchtigt. Die Störungen hielten sich jedoch in Grenzen, weil Polizei und U-Bahnwache frühzeitig vor Ort waren und die Gruppe ständig begleiteten. Außerdem wurde die Aktion über Videokameras vom MVG-Betriebszentrum aus beobachtet. Ziel von Polizei, U-Bahnwache und MVG war es, die absehbaren Beeinträchtigungen für den U-Bahnbetrieb und unbeteiligte Fahrgäste soweit wie möglich zu begrenzen. Von der U-Bahnwache waren rund 20 Dienstkräfte an dem Einsatz beteiligt. Die Aktion war über Facebook angekündigt worden.

Bereits im Vorfeld des Flashmobs begannen Streifen der U-Bahnwache damit, Ansammlungen von Personen ohne Fahrtabsicht aufzulösen sowie das Alkohol- und Rauchverbot durchzusetzen. Zu diesem Zweck wurden erste uneinsichtige Störer des Bahnhofs verwiesen und von der weiteren Beförderung ausgeschlossen. Gegen 21 Uhr befanden sich etwa 200 Personen am Bahnsteig Odeonsplatz. Diese begannen nun damit, zwischen Odeonsplatz, Marienplatz und Sendlinger Tor hin und her zu fahren. Zu Beeinträchtigungen des Betriebs oder Behinderungen anderer Fahrgäste kam es zunächst nicht. Die Fahrten wurden jeweils durch Streifen der U-Bahnwache und der Polizei begleitet.

Flaschen auf MVG-Mitarbeiter geworfen

Am Marienplatz gab es gegen 21.20 Uhr erste Übergriffe auf Mitarbeiter der U-Bahnwache in Form vom Flaschenwürfen und Beleidigungen. Gegen 21.30 Uhr stoppte die MVG vorsorglich einen Richtung Marienplatz fahrenden Zug am Odeonsplatz, weil er teilweise mit „Flashmob“-Teilnehmern überfüllt war, worunter auch unbeteiligte Fahrgäste litten. Um weitere Störungen zu unterbinden, durchfuhren die nächsten Züge den U-Bahnhof Odeonsplatz ohne Halt.

Durch diese Maßnahme verlagerte sich die Veranstaltung an die Oberfläche und weiter zum Marienplatz. Der Zutritt zum U-Bahnhof Marienplatz wurde der Gruppe – unter Inkaufnahme von Handgreiflichkeiten – verwehrt. Diese begab sich daraufhin in Richtung Sendlinger-Tor-Platz, wo die Polizei eine Personalienüberprüfung durchführte. Dabei wurden auch Platzverweise für den gesamten MVG-Bereich ausgesprochen. Ein Eintritt in den U-Bahnhof Sendlinger Tor konnte verhindert werden. Die Gruppe löste sich nach Abschluss der Personalienfeststellungen um 23 Uhr an der Sendlinger Straße auf.

MVG-Chef Herbert König: „Die Münchner U-Bahn ist kein Partykeller. Daher haben Polizei und U-Bahnwache die Aktivitäten bereits im Vorfeld der Aktion genau beobachtet und den Flashmob am Samstagabend soweit wie möglich unterbunden. Wer unseren Betrieb stört, damit die Sicherheit gefährdet, unsere Fahrgäste bis hin zur Platzangst nötigt, die Dienstkräfte der U-Bahnwache angeht und mit Flaschen bewirft, hat in der U-Bahn nichts zu suchen. Unsere Fahrgäste dürfen darauf vertrauen, dass wir auch in Zukunft alles tun werden, um alkoholisierte und aggressive Störer in die Schranken zu weisen.“

Der große Facebook-Knigge

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