Mega-Müllberg nach Facebook-Party

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Ein Foto der Party - und eines der Folgen

München - Als am frühen Sonntagmorgen die Sonne aufging – da kam die hässliche Seite einer fröhlichen Nacht zum Vorschein: Eine Meute von Flashmobbern hat eine Mega-Müllkippe hinterlassen.

Es war die Nacht der Musik, der puren Lebensfreude. Überall in der Stadt und zum großen Teil auch unter freiem Himmel. Doch als am frühen Sonntagmorgen die Sonne aufging – da kam die hässliche Seite dieser fröhlichen Nacht zum Vorschein. Es ist einfach eine Frechheit, was das Partyvolk den Müllmännern da hinterlassen hat: Nach einer spontanen Elektro-Open-Air-Party unter der Reichenbachbrücke war der gesamte Isarstrand eine einzige Müllhalde – mal ganz abgesehen von Hunderten von Flaschen, von denen wenigstens die Flaschensammler am nächsten Morgen einen Profit hatten.

Facebook-Flashmob unter der Reichenbachbrücke

Facebook-Party unter der Reichenbachbrücke

Die Frage, wer dafür verantwortlich ist, wird schwierig zu klären sein. Zu diesem privaten Open-Air-Fest war über Facebook aufgerufen worden. Ein originelles Event mit DJ-Pult, kleiner Lightshow-Anlage und Beamer, der bunte Bilder an die Brückenunterseite projizierte. Das alles vor der herrlichen Kulisse von St. Maximilian auf der anderen Isar-Seite: „Ich könnte mir jetzt keinen schöneren Ort vorstellen“, jubelte eine junge Frau. Rund 1500 überwiegend junge Leute folgten dem Aufruf. Der DJ drehte richtig auf.

Die Folge waren Anwohner-Proteste, die schließlich gegen 23.30 Uhr die Polizei auf den Plan riefen. Um Mitternacht räumten die jungen Leute völlig friedlich das Feld. Unter Applaus verabschiedete sich der DJ: „Versprochen. Wir kommen wieder!“ Vielleicht hätte er noch sagen sollen: „Und nehmt gefälligst euren Müll mit!“ Anwohnerin Astrid W. schimpft: „So eine Sauerei. Unglaublich, dass da nicht gehandelt wird. Überall Glasscherben. Das ist so gefährlich für Kinder und Hunde.“

Auch am Flaucher sah es nach der ersten warmen Partynacht des Jahres aus wie auf der Müllhalde. Überquellende Mülleimer, Flaschen, Scherben und die typischen Relikte größerer Grillfeten.

Ansonsten zog die Münchner Kultur GmbH eine rundum positive Bilanz zur 13. Langen Nacht der Musik mit 400 Konzerten von 20 bis 3 Uhr im gesamten Stadtgebiet. Gut 20 000 Besucher waren in Lokalen, Konzerthäusern, Kirchen und Kulturinstitutionen der Musikstadt München unterwegs.

EK, JAM, DOP

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