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Facebook-Terror gegen Münchner Sängerin: Geständnis

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Der 30-jährige Marc B. hat Sängerin Sabrina H. auf Facebook verfolgt und beleidigt.

München - Als die Staatsanwältin ihre Anklageschrift verliest, kann sich Marc B. das Lachen nicht verkneifen. 20 Minuten hallen Schimpfwörter, Beleidungen und Drohungen durch den Gerichtssaal.

Inhalt der Anklage sind Auszüge aus Chat-Protokollen des sozialen Netzwerks Facebook im Zeitraum von August 2012 bis November 2013. Über ein Jahr hat B. die Münchner Sängerin Sabrina H. (Name geändert) im Internet verfolgt und gedemütigt. Am Donnerstag wurde dem – laut Gutachter paranoiden – 30-Jährigen am der Prozess gemacht.

„Es tut mir Leid, dass Sie sich das anhören mussten“, entschuldigt sich Marc B. gleich nach Verlesung der Anklage bei Richter Anton Winkler. 70 Nachrichten mit obszönen Aussagen, beleidigenden Ausdrücken und schmutzigen Phantasien hat die 30-jährige Sabrina H. von ihrem Peiniger erhalten. Nach mehr als einem Jahr in Angst schaltete die hübsche Sängerin und Schauspielerin, die auch als Model arbeitet, die Polizei ein. Die Aussage vor Gericht bleibt ihr erspart, weil B. ein Geständnis abgelegt hat.

In Begleitung seines Betreuers erklärt der in einer Psychiatrie untergebrachte B., dass über verschiedene Internet-Chats der erste Kontakt zu Sabrina H. entstanden sei. B. verliebt sich in die hübsche Münchnerin, die sich aber immer mehr bedrängt fühlt und versucht, den Kontakt zu beenden. Als Marc B. erfährt, dass Sabrina H. einen Mann kennenlernt und mit ihm offenbar auch eine Beziehung eingeht, kocht in ihm die Wut der Eifersucht hoch. Drei verschiedene Namen verwendet B., um Kontakt mit Sabrina H. aufzunehmen. Die Nachrichten schickt er von Rechnern in Kaufbeuren und anderen unbekannten Orten im Allgäu und München ab.

Marc B. muss sich außerdem noch wegen unerlaubten Führens einer Schusswaffe verantworten. Eine andere Frau soll er mit einem Messer bedroht haben. Der Prozess dauert noch an. 

Johannes Heininger

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