Die Bevölkerung warnen

So will die Münchner Polizei facebooken und twittern

+
Polizeipräsident Huber Andrä und Innenminister Joachim Herrmann zeigen, wie die Polizei Facebook und Twitter nutzen will.

München - Joachim Herrmann und der Münchner Polizeipräsident Hubertus Andrä haben am Montag präsentiert, wie die Münchner Polizei künftig Facebook und Twitter nutzen will.

Nicht nur Herrmann kam ein bisschen – der vorherige Termin dauerte etwas länger – später, es kommt auch ein wenig spät, dass die Polizei soziale Netzwerke nutzt. Die Zahl der Facebook-User geht seit Jahren steil nach oben, derzeit nutzen etwa 27 Millionen Deutsche Facebook. Ungefähr 825 000 Twitteraccounts gab es im Jahr 2013, die in deutscher Sprache zwitscherten. „Wir haben alles ganz genau mit unseren Datenschützern abgesprochen“, erklärt Herrmann. Das sei auch der Grund gewesen, warum es etwas länger gedauert hat. Die Experten hätten Vorbehalte gehabt, wie mit den Daten in sozialen Netzwerken umgegangen wird. „Da mussten wir abwägen, wie wir mit Facebook und Twitter umgehen.“ Nutzen will die Polizei soziale Medien unter anderem, um die Bevölkerung zu warnen, beispielsweise vor Betrügern oder Betrugsmaschen. Auch bei dynamischen Ereignissen wie Fußballspielen will die Polizei facebooken und twittern, falls Fußballfans etwas wissen sollten. Genutzt werden sollen soziale Netzwerke auch bei Großereignissen wie dem G7-Gipfel auf Schloss Elmau und dem Oktoberfest.

Nicht genutzt werden sollen Facebook und Twitter allerdings für Fahndungen. „Das ist datenschutzrechtlich schwierig“, sagt Herrmann. Denn die Polizei dürfe keine Bilder von mutmaßlichen Tätern und auch keine Personenbeschreibungen posten. „Verlinkungen auf unsere Polizeiseite werden wir im Einzelfall prüfen“, erklärt Andrä.

Wie die Auftritte genau gestaltet werden sollen und was auf sie zukommt, müsse man laut Polizei jetzt erst sehen. „In Bayern übernehmen wir eine Vorreiterrolle“, betont der Innenminister. Aus anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg, Niedersachsen und Berlin habe man jedoch bisher nur Positives gehört.

Deshalb rechne man auch in München nicht mit allzu vielen negativen oder beleidigenden Kommentaren auf den Seiten. „Natürlich werden beleidigende Kommentare sofort gelöscht und gegebenenfalls strafrechtlich verfolgt“, erklärt Andrä. Kollegen seien speziell geschult worden, damit sie zum einen professionell posten und zum anderen richtig reagieren können, wenn User negativ reagieren. Im Moment betreuen vier Beamte die beiden Kanäle, bei Bedarf könne aufgestockt werden. „In der ersten Phase während der Wiesn deckt das Social Media Wiesn-Team den Zeitraum von etwa 10 bis 22 Uhr ab“, erklärt Andrä. Danach müsse man sehen, von wann bis wann man poste und twittere.

Wichtig ist Polizei und Innenministerium, dass niemand indirekt gezwungen wird, Facebook und Twitter zu nutzen. „Dort werden wir keine exklusiven Inhalte verbreiten“, so Herrmann. Auch sei der Auftritt der Polizei nicht geeignet, Anzeigen zu erstatten oder Notrufe abzusetzen.

Nach einer Testphase bis September 2015 soll entschieden werden, wie die Polizei bei Facebook und Twitter weitermacht. Bei Facebook findet man die Polizei unter www.facebook.com/ppmuenchen, bei Twitter unter twitter.com/PPMuenchen.

Stefanie Wegele

auch interessant

Meistgelesen

So soll der Express zum Flughafen doch vor 2037 gelingen
So soll der Express zum Flughafen doch vor 2037 gelingen
Das Sex-Rätsel um den Top-Manager
Das Sex-Rätsel um den Top-Manager
Kosten in Millionenhöhe: Jugendamt pfuscht bei Verträgen
Kosten in Millionenhöhe: Jugendamt pfuscht bei Verträgen

Kommentare