Start des Kino-Hits

„Fack Ju Göhte 3“: Diese Münchner Schüler spielen mit

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Die jungen Sänger haben sich für uns aufgestellt. Hinten links steht die Chorleiterin Claudia Zech.

Am heutigen Donnerstag kommt die Komödie „Fack Ju Göhte 3“ in die Kinos – und bringt Münchner Schüler auf die Leinwand. Sie wirken in dem Streifen mit, der schon jetzt als Kassenknüller gilt und Millionen begeistern soll.

München - Himmelblaue Augen und ein Astralkörper – Nachwuchs-Filmstar Max von der Groeben lässt Teenie-Herzen höherschlagen. Nur nicht das von Elsa Haw (17). Die Schülerin des Neuperlacher Werner-von-Siemens-Gymnasiums spielt im dritten Teil der Filmkomödie „Fack Ju Göhte“ mit – Seite an Seite mit Stars wie Elyas M’Barek und Uschi Glas.

Wie es war, mit Max von der Groeben zu drehen, der als prolliger „Danger“ in „Fack Ju Göhte“ zu einem der bekanntesten deutschen Jungschauspieler avancierte? „Eigentlich ganz lustig“, sagt Elsa. Kein Herzklopfen, kein roter Kopf? „Nein, gar nicht. Obwohl er wirklich nett war. Er hat mir sogar ein ,High Five‘ gegeben.“ Die Schülerin ist nicht der Typ, der kreischend nach Autogrammen heischt – sie fand es vielmehr interessant, Einblick in die Filmbranche zu bekommen. Dass sie nicht einmal durch die Präsenz der Garde arrivierter Schauspieler zu beeindrucken war, mag an ihrem Alter liegen: „Wer ist Katja Riemann?“, antwortet Elsa, wenn man sie fragt, wie sie die Zusammenarbeit mit der 54 Jahre alten Künstlerin erlebt hat.

Gymnasiastin Elsa Haw im Schulgang.

Die Produktionsfirma Constantin Film hatte das Neuperlacher Werner-von-Siemens-Gymnasium als Drehort ausgewählt – und die Schüler via Durchsage eingeladen, sich als Komparsen zu bewerben. „Wir mussten eine E-Mail schreiben, mit Angaben zu Größe, Alter und Jahrgangsstufe, und ein Bild anhängen“, erzählt Elsa.

Kaum hatte sie die Zusage, folgten genaue Anweisungen. „Wir sollten zwei bis drei sommerliche Outfits mitbringen und ein elegantes. Sogar die Farben wurden uns vorgegeben.“ Dunkelblau, Pastell und Grün wurden unter anderem gewünscht und keine wilden Muster. Wer ein Markenlogo auf dem Pulli hatte, bekam eine Alternative aus dem Kostümfundus gestellt. Außerdem herrschte absolutes Handy-Verbot am Set. „Uns wurden die Handys abgenommen und bis Drehschluss verwahrt“, erzählt Elsa. Damit will die Produktionsfirma sicherstellen, dass vor Filmstart nichts an die Öffentlichkeit gelangt.

Aufgabe der Schüler war es, die Pause nachzustellen. „Wir sollten zum Spind und über den Pausenhof laufen und mit Freunden reden“, erzählt Elsa. Mal mit Chipstüte, mal mit Smoothie. Immer wieder. „Jede Szene wurde mehrmals gedreht. Fünf Mal von links, fünf Mal von rechts, fünf Mal von vorne und so weiter.“

Mächtig stolz: Die Chorleiterin und Samed Erbas.

Ganz schön anstrengend! Aber interessant. „An einem zehnstündigen Drehtag werden nur zwei Minuten Filmmaterial produziert. Das hat mich überrascht“, sagt Elsa. Auch wenn es eine tolle Erfahrung war – Schauspielerin möchte sie nicht werden: „Ich möchte Medizin studieren.“

Der zwölf Jahre alte Samed Erbas hätte nichts gegen eine Karriere als Sänger einzuwenden. Der Schüler der Balthasar-Neumann-Realschule im Hasenbergl hat einen Solo-Auftritt als Beat Boxer in „Fack Ju Göhte“. Kein Wunder also, dass er am Donnerstag gleich zwei Mal ins Kino geht: am Nachmittag mit dem Chor seiner Schule und am Abend mit seinen Eltern. „Meine Mutter hat gesagt, wenn ich zu sehen bin, wird sie im Kinosaal aufstehen und ganz laut schreien: Das ist mein Sohn!“ Seit zwei Jahren singt Samed im Chor der Realschule, und zwar leidenschaftlich gern. „Ich habe schon in der Grundschule gern gesungen. Als ich gehört habe, dass es an unserer Realschule einen Chor gibt, bin ich sofort beigetreten.“

Dass ausgerechnet sein Chor in dem Film mitwirkt, ist keineswegs selbstverständlich. Constantin Film hatte bundesweit mehrere Schulchöre gefragt, ob sie sich grundsätzlich vorstellen könnten, bei einer Kinoproduktion mitzuwirken. „Da wussten wir noch gar nicht, um welchen Film es sich handelt“, erzählt Musiklehrerin Claudia Zech. Nachdem sie zugesagt hatte, kam die Einladung zum Casting. Probeaufnahmen wurden gemacht und Fotos der jungen Sänger. Diese überzeugten: An der Seite der türkischstämmigen Schauspielerin Gizem Emre interpretiert der Chor den Hip-Hop-Song „Cake“ von Flo Rida und „One Moment in Time“ von Whitney Houston – künstlerisch anspruchsvolle Lieder. „Auf die Leistung der Kinder bin ich richtig stolz“, sagt Zech. „Vor allem wenn man bedenkt, dass ich den Chor erst vor zwei Jahren gegründet habe.“

Ob Schauspielerin Emre von den Chorproben mit den Schülern profitiert hat, ist fraglich: „Neulich hat sie auf Instagram was gepostet, da singt sie ,One Moment in Time‘“, sagt Samed. „Das ist voll daneben!“

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